Renault beendet zwei Motorsport-Programme: Alpine und Dacia ziehen sich zurück

606 Wörter4 Min LesezeitVon Sophie Renard
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Die Renault-Gruppe hat am Donnerstag, den 12. Februar 2026, das Ende zweier ihrer bedeutendsten Motorsportprogramme offiziell gemacht: Alpine wird nach der Saison 2026 aus der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) aussteigen, während Dacia ab 2027 den Dakar und den Rallye-Raid verlässt. Eine Restrukturierung, die darauf abzielt, die Ressourcen auf die Formel 1 und die kommerzielle Entwicklung von Alpine zu konzentrieren.

"Wir mussten schwierige Entscheidungen treffen, um die langfristigen Ambitionen von Alpine zu schützen" — Philippe Krief, CEO von Alpine

Alpine verabschiedet sich vom Le Mans

Die Marke mit dem Pfeil-A wird ihr Abenteuer in der WEC nach der Kampagne 2026 beenden, die eine letzte Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans beinhalten wird. Zunächst in LMP2 und später in der Hypercar-Kategorie mit dem Alpine A424 engagiert, hatte das französische Team einige punktuelle Erfolge erzielt, darunter einen Sieg bei den 6 Stunden von Fuji im vergangenen September mit Charles Milesi, Ferdinand Habsburg und Paul-Loup Chatin.

Diese Entscheidung folgt einer offen eingestandenen wirtschaftlichen Logik. "Die Automobilindustrie, insbesondere der Markt für Elektrofahrzeuge, wächst langsamer als erwartet", begründet Philippe Krief. Der Hersteller setzt nun bevorzugt auf die Formel 1, eine Disziplin, in der Alpine für die laufende Saison bereits auf Mercedes-Motoren umgestellt hat.

Dacia verlässt den Dakar auf dem Höhepunkt

Noch überraschender: Dacia steigt aus dem Rallye-Raid aus, nachdem es den Dakar 2026 im vergangenen Januar gewonnen hat. Das Sandriders-Programm wird Ende 2026 auslaufen, und eine Anmeldung für die Ausgabe 2027 in Saudi-Arabien ist nicht vorgesehen. Ein Rückzug, der die Fans verwirrt zurücklässt, da die Marke die Bühne auf dem Höhepunkt ihres Könnens verlässt.

Diese Strategie erklärt sich aus dem Willen der Renault-Gruppe, ihre Motorsportbudgets neu zuzuteilen. Angesichts der hohen Investitionen, die für Elektro- und Sportfahrzeuge erforderlich sind, hat die Geschäftsführung entschieden: Schluss mit Langstrecke und Rallye-Raid, freie Bahn für die F1.

Was wird aus dem Werk in Viry-Châtillon?

Die Zukunft des historischen Standorts Viry-Châtillon wirft Fragen auf. Das in Alpine Tech umbenannte Zentrum "wird seine Transformation fortsetzen, indem es den Schwerpunkt auf Innovation im Dienste der Renault Group legt", so die Pressemitteilung. Seit Januar 2026 sucht das Unternehmen nach externen Partnerschaften, um seine Ausrüstungen und sein Know-how zu verwerten.

Die 500 Mitarbeiter des Standorts profitieren von einem Beschäftigungssicherungsplan mit mehreren Optionen: Umpositionierung innerhalb der Gruppe, spezielle Weiterbildung, freiwillige Abfindung oder vorzeitiger Ruhestand. "Wir haben außergewöhnliche Talente in Viry-Châtillon", betont Axel Plasse, Vizepräsident von Alpine Tech.

Ein riskantes Spiel auf die F1 allein

Diese Konzentration der Mittel auf die Formel 1 stellt ein gewagtes Spiel dar. Alpine F1 muss allein die Investition des Herstellers in den Motorsport rechtfertigen, während das Team seit Jahren Schwierigkeiten hat, wieder an die Spitze zu gelangen. Die Übernahme der Mercedes-Motoren ist bereits ein erstes Signal dieser neuen Strategie.

Der Bürgermeister von Viry-Châtillon hatte bereits am 8. Februar Alarm geschlagen und von der Besorgnis der Mitarbeiter gesprochen, "trotz mehrerer jüngster Siege, die Renault in der Langstrecke und beim Dakar errungen hat". Die Fakten geben ihm leider recht.

Diese Restrukturierung markiert das Ende einer Ära für den französischen Motorsport. Nach Porsche, das bereits im vergangenen Oktober die WEC verlassen hatte, ist es nun an Renault, seine Präsenz im Wettbewerb drastisch zu reduzieren. Französische Enthusiasten müssen sich künftig mit den Leistungen von Alpine in der F1 und von Peugeot in der Langstrecke begnügen, um die Trikolore auf den Rennstrecken zu vertreten.


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Sophie Renard

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