Tesla Roadster: Neue Markenanmeldungen befeuern das Projekt

Tesla hat am 3. Februar 2026 leise zwei neue Marken für den Roadster beim US-Patentamt angemeldet. Diese Papiere kommen genau rechtzeitig vor der von Elon Musk versprochenen offiziellen Vorstellung am 1. April 2026 und schüren die Hoffnung auf ein Auto, das seit fast zehn Jahren erwartet wird.
"Diese Markenanmeldungen sind ein deutlich solideres Signal als ein einfacher enthusiastischer Tweet" — Experten für gewerblichen Rechtsschutz
Logos, die endlich eine konkrete Strategie zeichnen
Diese beiden Anmeldungen verraten weit mehr als nur rechtlichen Schutz. Die erste zeigt ein stilisiertes Wordmark "Roadster", mit einer eckigen, futuristischen Typografie, die an das Universum von Cybertruck und Cybercab erinnert. Die zweite enthüllt ein minimalistisches Grafikmotiv: drei geschwungene Linien, die die Silhouette des Elektro-Coupés nachzeichnen.
Der spezialisierte Anwalt Josh Gerben erklärt es einfach: Tesla sichert sein Terrain vor jeder öffentlichen Enthüllung. Diese Anmeldungen sind unter IC012 klassifiziert, der Kategorie für Elektrofahrzeuge. Noch wichtiger: Sie sind auf einer "Intent-to-Use"-Basis registriert, was bedeutet, dass Tesla seine Absicht bekundet, diese Marken tatsächlich auf einem kommerziellen Produkt zu verwenden.

Ein Datum, das nichts dem Zufall überlässt
Der 1. April 2026 als Vorstellungstermin? Elon Musk selbst scherzte, dass dieser Termin ihm "eine gewisse Flexibilität" gebe. Nach acht Jahren Wartezeit und mehreren Verschiebungen lässt der Augenzwinkern zum Aprilscherz aufhorchen.
Die Zeitplanung bleibt vage, aber schlüssig. Bei der Hauptversammlung im November 2025 belebte Musk das Thema wieder, indem er eine Vorstellung der Serienversion für den 1. April 2026 versprach, gefolgt von einer Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Mit anderen Worten: Die ersten Auslieferungen würden erst zwischen 2027 und 2028 beginnen.
Leistungen, die immer noch den Verstand sprengen
Die angekündigten Zahlen fordern nach wie vor das Vorstellungsvermögen heraus. Der Tesla Roadster 2026 behält seine Science-Fiction-Spezifikationen: 0 auf 60 mph in 1,9 Sekunden, vielleicht sogar weniger als eine Sekunde mit dem berühmten, von SpaceX inspirierten "Thruster-Pack". Die angestrebte Höchstgeschwindigkeit soll 250 mph (über 402 km/h) überschreiten, während die 200-kWh-Batterie eine Reichweite von fast 1.000 km verspricht.
Tesla hat auch ein Patent angemeldet, das ein aktives aerodynamisches System beschreibt, das enorme Abtriebskräfte erzeugen kann. Das Drehmoment könnte laut einigen öffentlichen Äußerungen von Musk bis zu 10.000 Nm erreichen. Kaltluft-Strahlantriebe könnten es dem Auto sogar ermöglichen, kurzzeitig zu "schweben".
Ab welchem Preis?
Der Einstiegspreis bleibt bei etwa 200.000 Dollar für die Standardversion, das sind ungefähr 184.000 Euro. Die Founder's Series steigt auf 250.000 Dollar (230.000 Euro) für die ersten 1.000 Exemplare. Diese Preise haben sich seit 2017 nicht verändert, trotz Inflation und der angekündigten technologischen Weiterentwicklung.
Vorbesteller, die die Geduld verlieren
Einige Kunden warten seit 2017 mit einer Anzahlung von 50.000 Dollar, die bei Tesla blockiert ist. Der Gründer von OpenAI, Sam Altman, und der YouTuber Marques Brownlee haben beide nach Jahren des Wartens ihre Reservierungen storniert. Andere Vorbesteller beschreiben diese Anzahlungen als zinslose "Darlehen", die Tesla acht Jahre lang überlassen wurden.
Diese neuen Markenanmeldungen kommen zu einer Zeit, in der Tesla den Schwerpunkt auf andere, als strategisch wichtiger erachtete Projekte legt: das Robotaxi Cybercab, den humanoiden Roboter Optimus oder den Ausbau des Supercharger-Netzes. Der Roadster bindet weiterhin beträchtliche Summen von Kunden, die ungeduldig werden.
Konkurrenz: Die Landschaft hat sich in zehn Jahren verändert
Seit 2017 hat sich der Markt für elektrische Supersportwagen verdichtet. Die Rimac Nevera bietet vergleichbare Leistung mit ihren 1.914 PS, auch wenn ihr Preis von 2 Millionen Euro sie in eine andere Kategorie stellt. Lotus bereitet seinen Evija vor, während Polestar den Polestar 6 für 2026 entwickelt.
Besorgniserregender für Tesla: Chinesische Hersteller wie Xiaomi bieten bereits Elektroautos an, die 0-100 km/h in unter 3 Sekunden schaffen, und das zu deutlich niedrigeren Preisen. Das SU7 Ultra von Xiaomi beansprucht sogar 0-100 km/h in 1,98 Sekunden für sich.
Fata Morgana oder Realität?
Die Markenanmeldungen vom 3. Februar sind das erste greifbare Zeichen seit Monaten. Aber zwischen rechtlichem Schutz und tatsächlichem Marktstart bleibt die Kluft immens. Tesla kann es sich nicht mehr leisten, neuen schlechten Publicity ausgesetzt zu sein: Sein Image bröckelt, besonders in Europa, wo die Marke gegen lokale Hersteller kämpft.
Der Roadster bleibt in erster Linie ein Symbol. Ein Symbol für Musks maßlose Ambitionen, aber auch für seine Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf Projekte zu lenken, die nur auf dem Papier existieren. Wenn das Auto seine Versprechen schließlich 2027 oder 2028 einhält, könnte es die Geschichte des Elektroautos prägen. Wenn nicht, bleibt es als das längste Teasing der Automobilindustrie in Erinnerung.
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Geschrieben von
Thomas MartinSpezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet
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