Audi-Chef Döllner: Kein Pick-up für die Vier Ringe

468 Wörter3 Min LesezeitVon Thomas Martin

Audi-Chef Gernot Döllner macht einen klaren Schlussstrich unter Spekulationen über einen Pick-up mit den Vier Ringen. Im Interview mit dem australischen Magazin Drive bezeichnet der deutsche Manager dieses Segment als das "Letzte", was Audi bauen könnte. Eine radikale Position, die Gerüchte über einen möglichen Premium-Rivalen für den Ford Ranger oder den Toyota Hilux endgültig begräbt.

"Ich würde sagen, ein Pick-up ist das letzte Konzept, das ich mir als Audi vorstellen kann. Man soll nie 'nie' sagen. Aber im Moment... das ist das letzte Segment, das ich mir vorstellen kann." — Gernot Döllner, CEO Audi

Ein 180-Grad-Kurswechsel gegenüber seinem Vorgänger

Diese Aussage markiert eine Kehrtwende um 180 Grad im Vergleich zu Äußerungen von Markus Duesmann, dem früheren Audi-Chef. Im Jahr 2022 hatte dieser die Tür noch einen Spalt offen gelassen: "Ich kann nicht versprechen, dass wir einen bauen, aber wir denken darüber nach."

Duesmann bezog sich dabei wohl auf das Activesphere-Konzept, das Anfang 2023 enthüllt wurde. Dieser ungewöhnliche SUV bot dank einer versenkbaren Heckklappe eine Ladefläche. Eine mutige Designstudie, die aber nie für die Serienproduktion gedacht war.

Kein Audi Scout in Sicht

Diese klare Haltung beerdigt auch Gerüchte über eine Audi-Variante des Scout Terra. Dieser elektrische Pick-up von Volkswagen Group, geplant für 2026, wird in South Carolina produziert und soll eine Version mit Benzin-Reichweitenverlängerer erhalten.

Scout, eine neue US-basierte Marke des Konzerns, zielt auf den amerikanischen Markt für Elektro-Pick-ups, um gegen den Ford F-150 Lightninge/les-meilleures-petites-voitures-testees-notees-et-classees) Lightning und den Chevrolet Silverado EV anzutreten. Aber laut Döllner ist keine Premium-Variante von Audi geplant.

Warum Audi Nein zum Pick-up sagt

Die Position des Ingolstädter Herstellers erklärt sich durch sein Premium-Positionierung. Anders als Mercedes, das die X-Klasse (inzwischen eingestellt) vermarktete, oder BMW, das über einen elektrischen Pick-up nachdenkt, setzt Audi auf hochwertige SUVs.

Der Q7, der Q8 oder der zukünftige elektrische Q9 passen besser zum Luxus-Image der Marke. Diese Modelle bieten den gleichen Laderaum wie ein Pick-up, behalten dabei aber einen raffinierten Innenraum.

Ein abenteuerlicher SUV ist wahrscheinlicher

Döllner schließt abenteuerliche Fahrzeuge jedoch nicht völlig aus. Er erwähnt die Möglichkeit eines "robusten SUVs", der besser zur Audi-DNA passen würde. Dieses Format könnte den BMW iX xDrive50 oder den Mercedes EQS SUV im Bereich des luxuriösen Geländefahrzeugs herausfordern.

Die Marke hat bereits eine Basis mit dem e-tron GT und seinen Geländefähigkeiten. Ein großer, elektrischer SUV mit muskulösen Linien könnte die amerikanische Kundschaft ansprechen, ohne das Premium-Image von Audi zu verwässern.

Die Stunde schlägt also bei Audi für elektrische SUVs, nicht für Pick-ups. Eine Strategie, die sich vom aktuellen Trend abhebt, aber zur Vision des neuen deutschen Chefs passt.


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Thomas Martin

Spezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet

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