Porsche Macan: 1 Milliarde Euro an Audi für Verbrenner-Plattform

Porsche lässt eine Milliarde Euro bei Audi springen, um den künftigen Verbrenner-Macan zu retten. Der Stuttgarter Hersteller stützt sich auf die Plattform des Q5, um seinen neuen Benzin-SUV zu entwickeln, der für 2028 erwartet wird. Michael Leiters, Porsche-Chef, verspricht, es werde sich um einen "echten Porsche" handeln und nicht um ein simples Rebadging.
"Wir müssen sicherstellen, dass es ein echter Porsche wird. Und das erfordert Inhalt, Produktsubstanz, neue Technologien in diesem Auto" — Michael Leiters, CEO von Porsche
Der Verbrenner-Macan verabschiedet sich endgültig Mitte 2026. Nachdem er den europäischen Markt im Juli 2024 wegen Nichtkonformität mit den neuen Cybersicherheitsnormen GSR2 verlassen hat, wird die Produktion des kompakten SUV weltweit eingestellt. Die Marke aus Stuttgart steht damit vor einem klaffenden Loch in ihrer Modellpalette, zumal der elektrische Nachfolger Schwierigkeiten hat, die Lücke dieses Bestsellers zu füllen.
Angesichts dieser kritischen Lage hat Porsche den Scheck gezückt. Die Vereinbarung mit Audi bedeutet eine Milliarde Euro Lizenzgebühren, eine besonders saftige Rechnung, die die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Diese Summe ermöglicht es Porsche, die PPC-Plattform (Premium Platform Combustion) des neuen Q5 für die Entwicklung seines künftigen Verbrenner-SUV zu nutzen.

Eine Milliarde, um einen strategischen Fehler auszubügeln
Oliver Blume, ehemaliger Porsche-Chef und aktueller VW-Konzernchef, hat es in den Spalten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zugegeben: "Wir haben uns beim Macan geirrt". Die Strategie, das Verbrennermodell sofort durch seine elektrische Version zu ersetzen, erwies sich als verfrüht.
Die Zahlen sprechen für sich. 2023 war der Verbrenner-Macan das zweitmeistverkaufte Modell von Porsche mit 87.355 verkauften Einheiten, nur 198 weniger als der Cayenne. In den USA, wo er weiterhin verkauft wird, machte er vor dem europäischen Aus noch 78 % des weltweiten Modellabsatzes aus.
Der neue Chef Michael Leiters hat dieses heikle Erbe angetreten. In einer Fragerunde mit Investoren musste er rechtfertigen, warum die Entwicklung so lange dauern soll, obwohl die technische Basis des Q5 bereits existiert.
"Ein echter Porsche", kein umetikettierter Q5
Die Sorge der Kunden ist berechtigt. Zwischen 70.000 und 100.000 Euro für "eine Audi mit einem anderen Logo" auszugeben, steht normalerweise nicht auf der Wunschliste der Stuttgarter Käufer. Michael Leiters hat das verstanden und betont immer wieder, dass sein Team "sich nicht damit begnügen wird, einfach ein Porsche-Emblem auf eine Audi-Karosserie zu kleben".
Dieses Versprechen hat seinen Preis. Die Ingenieure in Weissach arbeiten an tiefgreifenden Modifikationen der PPC-Plattform, um ihr Porsche-DNA einzuhauchen. Spezifisches Fahrwerk, spezielle Federungsabstimmung, Motorkalibrierung, einzigartiges Design: Alles muss neu gedacht werden, um das Emblem des Sportwagenherstellers zu rechtfertigen.

Die Milliardensumme betrifft übrigens nicht nur dieses eine Modell. Laut Leiters deckt diese Lizenz auch andere künftige Projekte zwischen Porsche und Audi ab, was die Investition langfristig relativiert.
Wann kommt dieser neue Verbrenner-SUV?
Der angekündigte Zeitplan ist klar: 2028 für den Marktstart. Das lässt also eine Lücke von zwei Jahren nach der endgültigen Einstellung des Verbrenner-Macan 2026. In der Zwischenzeit wird nur der elektrische Macan die Nische besetzen, eine Situation, die einige Kunden zur Konkurrenz treiben könnte.
Diese Verzögerung erklärt sich aus der Komplexität des Projekts. Selbst mit einer existierenden Basis braucht die Anpassung der Audi-Plattform an Porsche-Standards Zeit. Die Teams müssen insbesondere die für die Marke spezifischen elektronischen Managementsysteme integrieren und passende Antriebe entwickeln.
Der künftige SUV wird nicht den Namen Macan tragen, der nun der elektrischen Version vorbehalten ist. Er wird sich als Einstiegs-Verbrenner-SUV positionieren und dieselbe kommerzielle Nische wie der alte Macan besetzen, ohne dessen Bezeichnung zu übernehmen.
Die chinesische Konkurrenz zwingt Porsche zum Handeln
Diese Dringlichkeit erklärt sich auch durch das Auftauchen neuer Akteure auf dem Premium-Markt. Der Xiaomi YU7 GT zum Beispiel zeigt klare Ambitionen mit seinen 990 PS und gibt offen an, den Macan herausfordern zu wollen. Mit einer angekündigten Reichweite von 705 km nach dem chinesischen CLTC-Zyklus und einem wahrscheinlich deutlich niedrigeren Preis bereitet diese Art von Modell Stuttgart Sorgen.

China ist ein entscheidender Markt für Porsche, aber die Verkäufe dort sind 2024 um 28 % eingebrochen. Das Fehlen eines Verbrenner-Macan in einigen Regionen, wo sich das Elektrische noch schwer tut, stellt ein großes kommerzielles Handicap dar.
[DIDYOUKNOW type="Le saviez-vous ?"]Geschrieben von
Thomas MartinSpezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet
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