Porsche 718 Elektro: Boxster und Cayman EV könnten gestrichen werden

Die elektrische Porsche 718 könnte niemals das Licht der Welt erblicken. Mehreren dem Dossier nahestehenden Quellen zufolge erwägt der neue Chef Michael Leiters die schlichte Streichung der elektrischen Boxster und Cayman noch vor ihrem für 2027 geplanten Marktstart. Die Entwicklungskosten sind explodiert und nähern sich fast 1,8 Milliarden Euro, in einem Umfeld sinkender Verkäufe und einer überarbeiteten Elektrostrategie.
"Die Entwicklungskosten sind so explodiert, dass die Rentabilitätsschwelle fast unerreichbar geworden ist" — Interne Porsche-Quellen, zitiert von Bloomberg
Ein seit Jahren festgefahrenes Projekt
Die Serie um die elektrische 718 zieht sich seit 2022 hin. Porsche hatte damals angekündigt, seine Einstiegssportwagen würden ab 2025 vollelektrisch werden. Das Mission R-Konzept, das 2021 auf der IAA in München enthüllt wurde, sollte den Weg weisen. Doch die Verzögerungen häuften sich.
Zuerst zwang die Pleite von Northvolt, dem von Porsche gewählten Batterielieferanten, zu einem Partnerwechsel mitten im Prozess. Dann beschloss die Marke angesichts einer schwächeren als erwarteten Nachfrage nach Elektroautos, parallel weiterhin Verbrenner-Versionen anzubieten. Schließlich komplizierte die Idee, eine Plug-in-Hybrid-Variante hinzuzufügen, die Entwicklung auf einer Plattform, die ursprünglich nur für Elektroantriebe konzipiert war.

Michael Leiters vor einem finanziellen Dilemma
Seit seinem Amtsantritt am 1. Januar 2026 als Nachfolger von Oliver Blume erbt Michael Leiters ein heißes Eisen. Der ehemalige McLaren-Chef muss die Bilanzen von Porsche sanieren, die durch den Verkaufseinbruch in China und die Mehrkosten der Elektrowende angeschlagen sind.
Die Zahlen sprechen für sich: Der operative Gewinn von Porsche sank von 4,035 Milliarden Euro auf nur noch 40 Millionen in den ersten drei Quartalen 2025. In diesem Kontext wird es schwer zu rechtfertigen, ein Projekt mit explodierenden Kosten aufrechtzuerhalten.
Warum sind die Kosten explodiert?
Mehrere Faktoren erklären diese finanzielle Abwärtsspirale. Einen Verbrennungsmotor und ein Getriebe auf eine PPE-Plattform (Premium Platform Electric) zu montieren, die für den Elektroantrieb ausgelegt ist, erfordert massive strukturelle Änderungen. Das ist ein bisschen so, als wolle man einen V8-Motor in eine Tesla einbauen: technisch machbar, aber schrecklich teuer.
Hinzu kommen die sich häufenden Verzögerungen. Jedes zusätzliche Entwicklungsjahr kostet Dutzende Millionen. Schließlich bleibt der Markt für Elektro-Sportwagen unsicher. Selbst die Taycan, obwohl etabliert, verzeichnete 2025 einen Verkaufsrückgang von 22%.

Was würde aus den aktuellen 718-Modellen?
Porsche stellte die Produktion der 718-Verbrenner Ende 2025 ein und behielt nur die Spyder RS- und GT4 RS-Versionen ab 162.500 Euro. Diese radikalen Ableger können nicht die Rolle des Einstiegsmodells übernehmen, die einst die Basisversionen innehatten.
Ohne elektrischen Nachfolger bliebe Porsche eine klaffende Lücke in seiner Modellpalette. Um zu einem neuen Sportwagen der Marke zu gelangen, müsste man in den USA mindestens 137.850 Dollar für eine 911 Carrera ausgeben. Das ist fast das Doppelte des Preises einer Basis-718 vor einigen Jahren.
Ist auch der Audi TT bedroht?
Die Streichung der elektrischen 718 könnte Auswirkungen auf Audi haben. Der künftige TT, als Concept C präsentiert, sollte dieselbe Plattform wie die Porsche-Modelle teilen. Ohne diese gemeinsame Basis müsste Audi die Entwicklungskosten allein tragen, was die Rückkehr seines Sportwagens gefährden könnte.

Audi hat diese Gerüchte jedoch kürzlich dementiert und die Spekulationen als unbegründet bezeichnet. Laut der Marke mit den Ringen bleibt das Projekt eines elektrischen TT für 2027 aktuell.
Welche Alternativen hat Porsche?
Falls der Elektroantrieb gestrichen wird, könnte Porsche auf einen konventionelleren Ansatz zurückgreifen. Die Entwicklung eines neuen 718-Verbrenners auf einer angepassten Plattform würde Zeit kosten, wäre aber billiger als ein komplexes Multi-Energie-Projekt.
Die andere Option wäre, das Projekt um mehrere Jahre zu verschieben, bis die Batteriekosten sinken und die Nachfrage sich stabilisiert. Das würde die Lücke in der Modellpalette jedoch noch lange offen lassen.

Bis wann wird eine Entscheidung getroffen?
Michael Leiters hat laut Bloomberg noch nicht endgültig entschieden. Die Teams in Zuffenhausen prüfen weiterhin verschiedene Szenarien. Doch angesichts des aktuellen finanziellen Drucks könnte eine Entscheidung in den kommenden Wochen fallen.
Die Investoren scheinen einer Streichung eher positiv gegenüberzustehen: Die Porsche-Aktie gewann 0,6% nach Bekanntwerden dieser Gerüchte, ein Zeichen dafür, dass die Märkte eine Reduzierung der Entwicklungskosten begrüßen.
Die 718 hatte 2025 in Nordamerika mit 6.399 verkauften Einheiten ein ausgezeichnetes Jahr und einen Rekord erzielt. Doch diese ermutigenden Zahlen reichen vielleicht nicht aus, um eine Milliardeninvestition in die Elektromobilität zu rechtfertigen. Der neue Porsche-Chef muss zwischen technologischem Ehrgeiz und finanzieller Realität abwägen.
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Geschrieben von
Sophie RenardSpezialist luxe, premium, sportive, sport auto, allemandes, reglementation, assurance, prix, ventes
Spécialiste du segment premium et luxe, Sophie couvre l'actualité des marques prestigieuses depuis 12 ans. Ancienne attachée de presse pour un cons...
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