Peugeot Nautilus 1997: Pininfarinas Konzept-Limousine
Peugeot präsentiert auf dem Genfer Salon 1997 die Nautilus, eine von Pininfarina gestaltete Konzeptstudie, die die Idee der großen französischen Limousine komplett neu denkt. Auf einem verlängerten 605-Chassis basierend, verbirgt diese fast 5 Meter lange Stufenhecklimousine einen 2,9-Liter-V6 und zeigt für ihre Zeit revolutionäre stilistische Lösungen.
"Der Radstand wächst um 15 Zentimeter, während die Spur um sechs Zentimeter auf jeder Seite verbreitert wird" — Motor1
Ein solides, aber transformiertes technisches Fundament
Die Nautilus basiert auf der Plattform der Peugeot 605, doch Pininfarina begnügte sich nicht mit einem simplen Facelift. Der Radstand wächst um 15 Zentimeter auf 2,95 Meter, während die Spur insgesamt um 12 Zentimeter verbreitert wird. Diese Modifikationen verleihen der 4,99 Meter langen Limousine eine imposante Straßenpräsenz, weit entfernt vom bisweilen blassen Image der großen französischen Limousinen jener Ära.
Unter der Haube arbeitet der V6 2,9 Liter aus der 605, mit etwa 190 PS. Bei einem Gewicht von 1.800 kg ist die Nautilus keine Rakete, doch rohe Performance war nicht das Ziel. Peugeot und Pininfarina strebten vielmehr eine sportlich-elegante Limousine an, die den deutschen Referenzen des Segments Paroli bieten sollte.
Das maritime Design von Ken Okuyama
Die Karosserie trägt die Handschrift von Ken Okuyama, damals bei Pininfarina, der sich direkt von der maritimen Welt inspirieren ließ. Der matte Farbton der Karosserie war 1997 eine gewagte Wahl, zu einer Zeit, als die Hersteller auf der sicheren Seite mit klassischen Metallic-Lacken spielten.
Die Frontpartie bricht mit den damaligen Peugeot-Codes. Die vertikale, trapezförmige Kühlergrill-Optik, verziert mit kleinen rechteckigen Motiven, kündigt die künftige Designsprache der Marke an. Die schmalen, geschliffenen Scheinwerfer komplettieren diese visuelle Signatur, die nachfolgende Modelle beeinflussen sollte.
Avantgardistische technologische Innovationen
Die Nautilus wartet mit einer Fülle technischer Trouvaillen auf. Die Türgriffe verschwinden in den Fensterrahmen, was perfekt glatte Flächen schafft. Noch spektakulärer: Die Außenspiegel weichen Kameras, einer Lösung, die erst etwa zwanzig Jahre später zur gängigen Praxis werden sollte.
Das Interieur bricht komplett mit dem Ambiente der 605. Die Fahrposition ist sportlich ausgelegt, mit einem sehr tiefen und langgestreckten Sitz, der eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordert. Die immense, geneigte Windschutzscheibe und die umschließenden Sitze verstärken diese Atmosphäre eines modernen Grand Tourers.
Welchen Einfluss auf die Serienmodelle?
Die Nautilus sollte nie vom Band rollen und blieb ein Unikat. Dennoch tauchten mehrere ihrer stilistischen Innovationen bei späteren Peugeot-Modellen wieder auf. Die vertikale, trapezförmige Kühlergrill-Optik inspirierte direkt jene der 607, die ein Jahr später, 1998, auf den Markt kam.
Die 607 übernahm übrigens teilweise den Anspruch der Nautilus: Die Rückeroberung der Oberklasse gegenüber den deutschen Limousinen. Leider sollte diese letzte große Peugeot-Limousine mit nur 169.431 in zwölf Jahren produzierten Exemplaren die Schwierigkeiten des Herstellers in diesem Segment bestätigen.
Das Epilog einer Ambition
Die Nautilus verkörpert einen besonderen Moment in der Peugeot-Geschichte. 1997 glaubte der Hersteller aus Sochaux noch, auf dem Feld der großen Prestigelimousinen mit BMW, Mercedes und Audi konkurrieren zu können. Das Konzept zeigt einen Ehrgeiz und eine Kreativität, die mit der üblichen Vorsicht französischer Designstudien kontrastiert.
Heute zeugt dieses einzigartige Stufenheck von einer vergangenen Ära. Peugeot hat das Segment der großen Limousinen nach dem Misserfolg der 607 endgültig aufgegeben und konzentriert sich lieber auf SUVs und kompakte Modelle. Die Nautilus bleibt somit ein faszinierendes "What if", das einer französischen Automobilindustrie, die die deutsche Hegemonie im Luxus-Segment hätte erschüttern können.
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Geschrieben von
Sophie RenardSpezialist luxe, premium, sportive, sport auto, allemandes, reglementation, assurance, prix, ventes
Spécialiste du segment premium et luxe, Sophie couvre l'actualité des marques prestigieuses depuis 12 ans. Ancienne attachée de presse pour un cons...
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