Nissan Leaf: Robotaxis, recycelte Batterien und neue Generation

702 Wörter4 Min LesezeitVon Jules Dubois
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Die Nissan Leaf treibt ihre Zukunftsprojekte voran: Autonome Robotaxis in Tokio bis Ende 2026, eine Ladesäule mit recycelten Batterien in Spanien und eine neue Generation mit bis zu 488 km Reichweite. Der Pionier der Massen-Elektromobilität beweist, dass seine zweite Jugend gerade erst beginnt.

"Wir haben zwölf 30-kWh-Batterien aus Nissan Leafs der ersten Generation verkauft, die nach über einem Jahrzehnt noch 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität halten" — Little Electric Energy

Die Nissan Leaf begnügt sich nicht mehr damit, die Pionierin der Massen-Elektromobilität zu sein. Nachdem sie seit 2011 mit fast 700.000 verkauften Einheiten weltweit die Null-Emission-Mobilität demokratisiert hat, setzt die Japanerin nun auf drei Fronten: Reichweite mit der neuen Generation, autonomes Fahren mit Robotaxis und Kreislaufwirtschaft mit dem Recycling ihrer Batterien. Ein Triptychon, das die Zukunft dieses ikonischen Modells neu zeichnet.

nissan leaf
Foto: © Auto Journal

Eine dritte Generation, die alles ändert

Die neue Leaf 2027 markiert einen großen stilistischen Bruch. Schluss mit dem Design einer Kompaktlimousine, Platz für einen Crossover mit straffen Linien und einem Luftwiderstandsbeiwert Cx von 0,25. Die 214 PS des Elektromotors beschleunigen diese 75-kWh-Version auf 488 km im gemischten Zyklus – fast das Doppelte der ersten Generation.

💡 Wussten Sie schon?
Die Leaf 2027 erhält den nordamerikanischen NACS-Anschluss und ermöglicht so Zugang zum Tesla-Supercharger-Netzwerk mit über 50.000 Ladepunkten.

Die Ladeleistung erreicht mit 150 kW Gleichstrom eine neue Stufe. So lassen sich in nur 30 Minuten wieder 417 km Reichweite auffüllen. Das Interieur profitiert von einem elektrochromen Panoramadach und zwei Bildschirmen mit 12,3 oder 14,3 Zoll, je nach Ausstattung.

2027 Nissan Leaf interior
Foto: © Caranddriver

Zu welchem Preis kommt die neue Generation?

In Kanada kündigt Nissan einen Startpreis von 47.000 Dollar für die Basisversion mit der 52-kWh-Batterie an. Eine noch günstigere Version soll in Vorbereitung sein, ihr Preis steht aber noch nicht fest. Für Europa sind die Preise noch nicht bekannt gegeben.

Leaf-Robotaxis in Tokio

Die Allianz zwischen Nissan, Uber und Wayve verspricht autonome Leafs auf den Straßen von Tokio vor Ende 2026. Diese mit dem Wayve AI Driver-System ausgestatteten Fahrzeuge werden zunächst mit einem Sicherheitsfahrer unterwegs sein, bevor eine breitere Einführung folgt.

2027 Nissan Leaf rear
Foto: © Caranddriver

Diese Zusammenarbeit markiert den ersten Vorstoß von Uber in den Bereich der autonomen Fahrzeuge in Japan. Kunden können diese Robotaxis über die gewohnte App buchen, als Teil eines weltweiten Dienstes, der in mehr als zehn Städten geplant ist.

💡 Schlüsselzahl
Im Ballungsraum Tokio leben über 14 Millionen Menschen – ein besonders anspruchsvolles Testfeld für autonome Fahrzeuge.

Wenn alte Batterien Neues schaffen

Im Hafen von Vigo in Spanien versorgen zwölf 30-kWh-Batterien aus alten Leafs eine Ultraschnellladestation mit 240 kW. Dieses Pilotprojekt von Little Electric Energy wandelt ausgediente Fahrzeugakkus in ein stationäres Speichersystem um.

Nissan second life ess ladestation vigo spanien galp
Foto: © Nissan

Diese Batterien der ersten Generation, die zwischen 2015 und 2017 verkauft wurden, halten noch 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität. Zusammengebaut in einem Container bilden sie einen Energiespeicher von 300 kWh, der vier Ladepunkte gleichzeitig versorgen kann.

Eine Lösung für überlastete Netze

Das Konzept löst ein wachsendes Problem: die Installation von Schnellladesäulen in Gebieten, in denen das lokale Stromnetz an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Der Speicher lädt sich langsam über die verfügbare Netzverbindung auf und gibt die Energie dann schnell an die Fahrzeuge ab.

💡 Technischer Punkt
Diese Station kann 240 kW Gleichstrom (DC) und 22 kW Wechselstrom (AC) liefern, mit CCS2-, CCS1- und CHAdeMO-Anschlüssen für alle Fahrzeugtypen.

Laut Soufiane El Khomri, Direktor von Nissan Energy Europe, "ermöglicht dieser Ansatz ultraschnelles Laden in Häfen, Industriegebieten und anderen Orten, an denen die Netz-Kapazität begrenzt ist". Der Pilotbetrieb läuft mindestens ein Jahr in Partnerschaft mit dem Betreiber Galp.

Die Kreislaufwirtschaft in Bewegung

Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie von Nissan, um seine gebrauchten Batterien zu verwerten. Nach 10 bis

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Jules Dubois

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Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...

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