Honda S2000 vs. deutsche Roadster: Der legendäre Vergleich von 1999
Im Oktober 1999 veranstaltete Car and Driver einen legendären Vergleich auf dem Grattan Raceway Park: Der brandneue Honda S2000 gegen die deutschen Referenz-Roadster. BMW M Roadster, Mercedes SLK und Porsche Boxster maßen sich mit dem Japaner über 2 Meilen voller Kurven und Höhenunterschiede. Ein technisches Duell, bei dem die Preise von 32.000 bis über 50.000 Dollar reichten.
"A sports car is an open two-seater that, in a pinch, can be raced" — Die britische Roadster-Definition laut Car and Driver

Die japanische Herausforderung gegen das deutsche Establishment
Der Honda S2000 kam im Jahr 2000 mit einem radikalen Ansatz: ein 2.0-Liter-Saugmotor mit 240 PS, also 120 PS/Liter. Ein Rekord für die damalige Zeit. Ihm gegenüber standen drei unterschiedliche deutsche Ansätze: die Brutalität des BMW M Roadster mit seinem 6-Zylinder-3.2-Liter-Motor und 240 PS, die High-Tech-Eleganz des Mercedes SLK mit seinem elektrisch einziehbaren Dach und die chirurgische Präzision des Porsche Boxster.
Die Wahl der Strecke, des Grattan Raceway Park, war kein Zufall. Diese 2 Meilen lange Strecke bei Grand Rapids bot eine perfekte Mischung aus engen Kurven und schnellen Abschnitten, mit Höhenwechseln, die die wahren dynamischen Qualitäten eines Fahrwerks offenbaren.

Gegensätzliche Philosophien auf der Strecke
Bei den Preisen war die Kluft beträchtlich. Der S2000 war mit 32.000 Dollar nach Honda-Schätzung ausgewiesen, während der Boxster in voller Ausstattung bei über 50.000 Dollar lag. Dazwischen lagen der Mercedes SLK bei 47.422 Dollar und der BMW M Roadster bei 43.918 Dollar.
Der Japaner setzte ganz auf Leichtigkeit und perfekte 50/50-Gewichtsverteilung. Sein Fahrwerk aus Aluminium und hochfestem Stahl wog weniger als das seiner deutschen Rivalinnen. Der VTEC-Motor drehte bis zu 9000 U/min hoch und entfaltete seine Kraft in den hohen Drehzahlbereichen.
Welcher technische Ansatz setzte sich durch?
Der BMW M Roadster setzte auf rohe Kraft mit seinem aus der M3 E36 stammenden Reihensechszylinder. Großzügiges Drehmoment bereits im unteren Drehzahlbereich, aber ein höheres Gewicht, das sich in Kurvenkombinationen bemerkbar machte. Der Mercedes SLK beeindruckte mit seinem in 25 Sekunden einziehbaren Dach, doch dieses komplexe System beschwerte das Gesamtpaket.

Der Porsche Boxster blieb mit seinem Mittelmotor dem 911-Rezept treu. Eine ideale Architektur für das Gleichgewicht, aber mit gemäßigterer Leistung als seine Konkurrenten. Sein 2.5-Liter-Boxermotor mit 201 PS wurde durch ein Fahrwerk von gefürchteter Präzision kompensiert.
Die Stoppuhr entschied
Bei der reinen Rundenzeit war es schwer, diese vier Philosophien zu trennen. Jedes Auto glänzte in seinem Bereich: kraftvolle Beschleunigung für den BMW, bemerkenswerte Wendigkeit für den Honda, millimetergenaue Präzision für den Porsche, technologische Raffinesse für den Mercedes.

Der S2000 prägte diese Ära durch seinen puristischen Ansatz. Keine elektronischen Helfer, nur das Wesentliche: ein steifes Fahrwerk, ein heulender Saugmotor und ein 6-Gang-Getriebe mit uhrmacherischer Präzision. Gegen die schwereren, aber vielseitigeren Deutschen verteidigte er die japanische Schule des reinen, harten Roadsters.
Dieser Vergleich von Car and Driver bleibt ein Referenzpunkt. Er dokumentierte den Aufstieg von Honda im Sportwagensegment, 30 Jahre nach den ersten NSX. Der S2000 bewies, dass man BMW, Mercedes und Porsche mit einem anderen, radikaleren Ansatz herausfordern konnte, der auf reines Fahrgefühl statt auf das Prestige der Marke setzte.
Geschrieben von
Sophie RenardSpezialist luxe, premium, sportive, sport auto, allemandes, reglementation, assurance, prix, ventes
Spécialiste du segment premium et luxe, Sophie couvre l'actualité des marques prestigieuses depuis 12 ans. Ancienne attachée de presse pour un cons...
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