Volkswagen und Stellantis fordern CO₂-Bonus für europäische E-Autos

646 Wörter4 Min LesezeitVon Thomas Martin
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Die Chefs von Volkswagen und Stellantis haben einen gemeinsamen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie einen CO₂-Bonus für Elektrofahrzeuge "Made in Europe" fordern. Diese Initiative zielt darauf ab, der chinesischen und amerikanischen Konkurrenz etwas entgegenzusetzen, nachdem Donald Trump die Steueranreize für Elektroautos in den USA gestrichen hat – ein Schlag, der die Hersteller 37 Milliarden Pfund kostet.

"Jedes Elektrofahrzeug 'Made in Europe' sollte einen CO2-Bonus erhalten" — Oliver Blume, CEO Volkswagen, und Antonio Filosa, directeur général Stellantis

Ein ungewöhnliches Bündnis gegen die chinesische Herausforderung

Oliver Blume und Antonio Filosa haben sich entschieden, mit einer Stimme zu sprechen. In ihrem Gastbeitrag, der zeitgleich im Handelsblatt, in Les Échos und im Il Sole 24 Ore erschien, warnen die Führungskräfte von Volkswagen und Stellantis vor der Dringlichkeit, die europäische Automobilindustrie zu schützen. Ihre Konzerne repräsentieren zusammen 40 % des europäischen Marktes und beschäftigen Millionen von Menschen auf dem Kontinent.

Die Lage wird kritisch. Die europäische Automobilindustrie macht 8 % des EU-BIP aus und sichert 13 Millionen Menschen den Lebensunterhalt. Dennoch sehen die lokalen Hersteller ihre Marktanteile von importierten Konkurrenten, insbesondere aus China, weggeschnappt, die von deutlich niedrigeren Produktionskosten profitieren.

Was fordern die beiden Giganten konkret?

Die beiden CEOs schlagen ein dreistufiges Modell vor. Erstens: Die Einführung strenger "Ursprungskriterien", die die Fahrzeugproduktion, Forschung und Entwicklung, elektrische Antriebssysteme, Batterie-Zellen und zentrale elektronische Komponenten abdecken. Zweitens: Die Schaffung eines "Made in Europe"-Labels für Modelle, die diese Anforderungen erfüllen. Drittens: Den Zugang zu europäischen öffentlichen Subventionen ausschließlich für gelabelte Fahrzeuge vorzubehalten.

Ihre zentrale Forderung? Ein automatischer CO₂-Bonus für jedes in Europa produzierte Elektroauto. Diese Maßnahme soll die Mehrkosten ausgleichen, die durch die strengeren sozialen und ökologischen Normen des Kontinents entstehen.

nio 2026

Trump verändert die Spielregeln in den USA

Die Dringlichkeit wächst mit der Ankunft von Donald Trump im Weißen Haus. Der neue amerikanische Präsident hat die Steueranreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen gestrichen und geplante Emissionsregeln gekippt. Laut Autocar haben diese Entscheidungen den auf dem amerikanischen Markt aktiven Automobilherstellern bereits 37 Milliarden Pfund gekostet.

Diese Kehrtwende ebnet China den Weg, das den amerikanischen Rückzug nutzen könnte, um seine dominante Position im Elektrosektor zu stärken. Chinesische Marken wie NIO investieren massiv in Europa und bieten Spitzentechnologie zu aggressiven Preisen an.

Europa im Zangengriff

Der geopolitischen Kontext erschwert die Lage. Die Europäische Union entwickelt ihre "Buy European"-Politik, um ihre Abhängigkeit von China und den USA zu verringern. Der EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné soll am 25. Februar einen Gesetzesentwurf vorlegen, der diesen Ansatz auf neue Sektoren, darunter die Automobilindustrie, ausweitet.

Doch der europäische Automobilherstellerverband (ACEA) bleibt vorsichtig. Die Lobbygruppe befürchtet, dass nationale Produktionsquoten den Zugang europäischer Unternehmen zu den Weltmärkten erschweren könnten. Eine Position, die im Kontrast zu der von Volkswagen und Stellantis steht.

Welche Strategie, um mit Asien zu konkurrieren?

Die Schlacht wird vor allem bei den Batterien geschlagen. Diese Komponenten machen 40 % der Kosten eines Elektroautos aus. Die europäischen Hersteller investieren Milliarden, um eine lokale Wertschöpfungskette aufzubauen, stoßen aber auf die wirtschaftliche Realität: In Europa zu produzieren ist teuer.

Das Dilemma ist einfach. Um erschwingliche Elektroautos anbieten zu können, sind die Hersteller versucht, günstigere asiatische Batterien zu importieren. Doch diese Strategie schwächt das europäische Industrie-Ökosystem und verstärkt die technologische Abhängigkeit.

Stellantis und Volkswagen setzen auf einen anderen Ansatz. Statt unfairen Wettbewerb zu erdulden, fordern sie Brüssel auf, die Bedingungen für einen fairen Wettbewerb zu schaffen. Ihre Botschaft ist klar: Europa muss wählen, ob es eine automobilindustrielle Macht bleiben oder ein bloßer Konsummarkt werden will.

Die Antwort der Europäischen Kommission wird genau beobachtet werden. Denn hinter diesem Kampf um Zahlen und Vorschriften steht die Zukunft von Millionen Arbeitsplätzen.


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Thomas Martin

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