Stellantis Strategie: Wie der Konzern die Krise der Autoindustrie meistern will

Die Automobilindustrie durchlebt eine Phase beispielloser Umwälzungen. Zwischen technologischen Mutationen, regulatorischem Druck und neuen Wettbewerbsherausforderungen müssen die Hersteller ihre Strategien neu denken. Stellantis und Great Wall Motor verkörpern diese Transformationen perfekt, wobei jeder einen anderen Ansatz wählt, um diesen industriellen Sturm zu navigieren.
"Carga 5C: 1.000.000 km fácil" - Slogan von CATL für seine neue revolutionäre Batterie, die den Markt aufmischt — CATL
Die Elektrifizierung stößt an ihre industriellen Grenzen
Die Einführung des Elektrofahrzeugs stößt auf massive technische Hürden. Stellantis bekommt die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Hochkapazitätsbatterien voll zu spüren. Das Werk ACC in Douvrin, ein Joint Venture zwischen Mercedes, Stellantis und TotalEnergies, produziert derzeit nur 1.000 Fahrzeuge pro Monat mit seinen Zellen – weit entfernt von den ursprünglichen Ambitionen.
Diese industrielle Spannung wirkt sich direkt auf die Elektro-Palette des Konzerns aus. Die Peugeot ee-3008](/article/rappel-peugeot-3008-et-5008-electriques-33-vehicules-concernes) und e-5008 mit der 97,2 kWh-Batterie verzeichnen erhebliche Lieferverzögerungen. Der Citroën C5 Aircross mit der großen Batterie wird sogar später auf den Markt kommen.
Parallel dazu schreitet die Innovation anderswo voran. CATL, der chinesische Batterieriese, der fast 40% des Weltmarkts kontrolliert, kündigt eine Batterie an, die 1,8 Millionen Kilometer aushält und sich mit 5C lädt (Vollladung in 12 Minuten). Eine Leistung, die aktuelle Standards lächerlich macht und die Markterwartungen neu justiert.
Die überraschende Rückkehr des Verbrenners
Angesichts der Enttäuschungen mit dem reinen Elektroantrieb vollzieht Stellantis eine unerwartete strategische Wende. Der Konzern verlängert die Lebensdauer seiner Firefly-Motoren, die ursprünglich von Carlos Tavares zugunsten der Puretech-Aggregate abgeschrieben wurden. Diese italienischen Mechaniken, die unter der Haube von Fiat Panda, Jeep Renegade und Compass stecken, werden auf die Euro 7-Norm gebracht.
Diese Entscheidung markiert eine große Kehrtwende in der Strategie des Herstellers. Während der ehemalige Chef einen "Alles-elektrisch"-Ansatz bevorzugte, setzt die neue Führung unter Antonio Filosa auf technologische Flexibilität.
Wie revolutioniert Renault die Hybridisierung?
Renault und Geely entwickeln über ihr Joint Venture HORSE eine vielversprechende Technologie. Das EREV-System (Extended Range Electric Vehicle) ermöglicht es, jedes Elektrofahrzeug durch einen kleinen 1,5-Liter-Benzinmotor als Generator in eine Version mit Reichweitenverlängerung zu verwandeln.
Diese Innovation könnte den zukünftigen Renault Mégane ab 2028 ausstatten und eine Reichweite von über 1.000 Kilometern bieten. Die H12 Concept-Technologie von Horse weist bereits einen bemerkenswerten Verbrauch von 3,3 Litern auf 100 Kilometer im WLTP-Zyklus auf und übertrifft damit viele Diesel.
Die chinesischen Giganten greifen Europa an
Die chinesische Offensive nimmt eine neue Form an mit der Vereinbarung zwischen Ford und Geely. Der amerikanische Hersteller wird der chinesischen Gruppe erlauben, seine Elektromodelle in seinen europäischen Werken zu fertigen, insbesondere im Werk Saarlouis in Deutschland. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es Geely, die europäischen Zölle auf in China gefertigte Fahrzeuge zu umgehen.
Great Wall Motor, ein weiterer wichtiger chinesischer Akteur, intensiviert ebenfalls seine europäische Präsenz. Diese Strategie der "umgekehrten Lokalisierung" stellt die traditionellen Codes auf den Kopf, bei denen sich die Westler in China ansiedelten.

Welche Zukunft haben die 14 Marken von Stellantis?
Am 21. Mai 2026 wird Antonio Filosa den neuen strategischen Plan von Stellantis von Auburn Hills im Bundesstaat Michigan aus vorstellen. Diese Wahl eines amerikanischen statt eines europäischen Standorts symbolisiert die Neuausrichtung des Konzerns auf die USA, ein historisch profitableres Territorium dank der anhaltenden Nachfrage nach Verbrennungsmotoren.
Das Organigramm hat sich bereits zu einer italienischen Dominanz verschoben und ersetzt die französische Hegemonie aus der PSA-Ära. Diese "transalpine Übernahme" geht einher mit einer potenziellen Infragestellung des Portfolios der 14 Marken des Konzerns.

Ferrari reitet auf der Ausnahme des Luxus
Während die Automobilindustrie die Krise durchlebt, zeigt Ferrari eine glänzende finanzielle Gesundheit. Die Mitarbeiter in Maranello haben Rekordprämien von bis zu 14.500 Euro erhalten, das Ergebnis eines außergewöhnlichen Geschäftsjahres 2025 mit 7,15 Milliarden Euro Nettoumsatz.
Die Marke mit dem springenden Pferd profitiert von einem bis 2027 ausgebuchten Bestellbuch, was die Widerstandsfähigkeit von Luxusmarken gegenüber den Marktturbulenzen veranschaulicht. Der zukünftige, zu 100 % elektrische Ferrari Luce, dessen Innenraum enthüllt wurde, bestätigt den schrittweisen Ansatz der Marke hin zur Elektrifizierung.
Die Händler vor der Unsicherheit
Die Gruppe
Geschrieben von
Jules DuboisSpezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute
Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...
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