Hyundai und Kia rufen 83.000 Fahrzeuge wegen defekter Digitaldisplays zurück
Hyundai und Kia rufen in den USA über 83.000 Fahrzeuge zurück. Der Grund: Defekte digitale Instrumententafeln. Die 12,3-Zoll-Displays können während der Fahrt unvorhersehbar ausfallen oder neu starten. Kritische Infos wie Geschwindigkeit, Tankstand oder Warnleuchten sind dann nicht mehr sichtbar. Betroffen sind Dutzende aktuelle Modelle der koreanischen Hersteller, darunter Tucson, Palisade, Carnival und Sorento.
"Das Kombiinstrument kann während der Fahrt länger als eine Stunde schwarz bleiben. Geschwindigkeit oder Tankstand sind dann nicht mehr ablesbar" — Testbericht Kia Sportage PHEV 2026
Ein Problem in der Elektronik von Hyundai Mobis
Die Ursache liegt bei den Displays von Hyundai Mobis, dem Zulieferer des Konzerns. Das technische Problem sitzt in der Stromversorgung. Elektrische Störungen bringen die Displays durcheinander. Diese Störsignale führen zu ungewollten Neustarts oder zum kompletten Blackout der Anzeige.
Der Rückruf betrifft 83.000 Fahrzeuge aufgeteilt auf beide Marken. Bei Hyundai sind die Modelle Tucson Hybrid, Tucson PHEV, IONIQ 5, Santa Cruz, Kona, Palisade, Santa Fe und Sonata der Baujahre 2025-2026 betroffen. Auf Kia-Seite geht es um Carnival, K5, Sorento hybride und Sportage derselben Periode.
Welche Risiken entstehen für Fahrer?
Die NHTSA (US-Verkehrssicherheitsbehörde) stuft diesen Defekt als ernstes Sicherheitsrisiko ein. Fehlende lebenswichtige Informationen im Display erhöhen die Unfallwahrscheinlichkeit deutlich. Ohne Geschwindigkeitsanzeige können Fahrer unbemerkt zu schnell fahren. Erloschene Warnleuchten verdecken zudem mögliche technische Probleme.
Einige Besitzer berichten von langen Ausfällen. Bei einem Test des Kia Sportage PHEV 2026 blieb das Display über eine Stunde dunkel. Der Fahrer musste ohne jegliche Fahrzeuginformationen weiterfahren. Das zeigt, wie gravierend das Problem im normalen Verkehr sein kann.
In Kanada betrifft der Rückruf weitere 11.500 Fahrzeuge – 8.879 Hyundai und 2.270 Kia. Die betroffenen Modelle ähneln denen auf dem US-Markt, mit leichten Abweichungen je nach lokaler Modellpalette.
Die Lösung: Ein Software-Update
Anders als bei klassischen Rückrufen mit Werkstattbesuch setzen Hyundai und Kia auf einen modernen Ansatz. Die Korrektur erfolgt per OTA-Update (Over-The-Air), das direkt über die Internetverbindung des Fahrzeugs heruntergeladen wird.
Diese Lösung hat mehrere Vorteile. Besitzer sparen sich die Fahrt zur Werkstatt und Wartezeiten. Die Reparatur läuft automatisch, oft nachts wenn das Auto steht. Wer lieber in die Werkstatt fährt, bekommt das Update dort kostenlos.
Das Software-Update behebt direkt die elektrischen Störungen, die für die Ausfälle verantwortlich sind. Die Ingenieure haben die fehlerhaften Codes im Anzeigemanagementsystem identifiziert und korrigiert.
Wie lange dauert es, bis die Korrektur kommt?
Hyundai kündigt die Verfügbarkeit des Updates "in Kürze" an, ohne ein genaues Datum zu nennen. Die Auslieferung erfolgt schrittweise nach Märkten und Modellen. Besitzer erhalten eine Benachrichtigung im Fahrzeug oder über die Mobile App der Marke.
Bis das Update kommt, raten die Hersteller zur Vorsicht. Falls das Display ausfällt, sollte man sicher anhalten und das Fahrzeug neu starten. Dieser Trick kann die Anzeige vorübergehend wiederherstellen, auch wenn das Problem wiederkommen kann.
Dieser Rückruf kommt zu einer Reihe jüngerer Defekte bei beiden Marken hinzu. Hyundai hatte bereits über 500.000 Palisade wegen eines Problems mit den Airbags der dritten Sitzreihe zurückgerufen. Diese wiederholten Vorfälle werfen Fragen zur Zuverlässigkeit der neuen Elektroniksysteme auf, auch wenn die koreanischen Hersteller an ihrer Qualität festhalten.
Geschrieben von
Thomas MartinSpezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet
Expert SUV et crossovers depuis plus de 15 ans, Thomas a parcouru les routes du monde entier pour tester les véhicules les plus robustes. Ancien pi...
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