Alpine A390 GT, WEC, Viry: Die Marke in ihrer schwersten Krise

Alpine durchlebt eine tiefe Krise. Am 12. Februar 2026 bestätigte die Renault-Gruppe den Rückzug von Alpine aus dem WEC zum Saisonende, das Ende von Dacia beim Dakar ab 2027 und die Aufgabe des Hypertech-Projekts am Standort Viry-Châtillon – all dies trotz formeller Versprechen, die nur wenige Monate zuvor gegeben wurden. Parallel dazu kommt der elektrische A390 GT mit 400 PS, 89 kWh Batterie und einer angegebenen Reichweite von 557 km WLTP, während Renault erwägt, einen Teil seiner Elektroproduktion nach Spanien zu verlagern.
"Sie haben uns hinters Licht geführt, sie verpflichten sich zu etwas und ziehen sich zurück" — Jean-Marie Vilain, Bürgermeister von Viry-Châtillon, nach der Ankündigung vom 12. Februar 2026

Viry-Châtillon: Die Versprechen, dann das Schweigen
Kurzer Rückblick. Als Renault Ende 2024 die Einstellung seines F1-Motors ankündigte, hatte der damalige Chef Luca de Meo versprochen, den Standort Viry-Châtillon in ein "Hypertech Alpine" zu verwandeln – ein Exzellenzzentrum für sportliche und technologische Projekte der Marke, einschließlich eines Supersportwagens, eines Wasserstoffmotors und der Unterstützung der WEC- und Dakar-Programme. Die 500 Mitarbeiter des Standorts, die bis dahin die Motoren für die F1 montierten, hatten eine konkrete Perspektive vor Augen.
Luca de Meo hat Renault verlassen. Sein Nachfolger François Provost hat einen anderen Ansatz, und das ist deutlich zu spüren. Die Mobilize-Sparte? So gut wie aufgelöst. Der elektrische Duo? Eingestellt. Ampère, die Struktur, die Investoren für die Elektromobilität anziehen sollte? Wieder in Renault integriert.
Das Schicksal von Viry folgt der gleichen Logik. Laut Caradisiac bestätigt die Mitteilung vom 12. Februar, dass der Standort – umbenannt in "Alpine Tech" – keines der unter de Meo angekündigten Programme fortsetzen wird. Kein Supersportwagen mehr, kein Wasserstoff, keine Rallye-Raid mehr. Was stattdessen tatsächlich gemacht wird, bleibt vage; der Konzern spricht von "noch zu definierenden Aufgaben".
WEC und Dakar: Rückzug auf ganzer Linie
Alpine bestritt mit dem A424 in der Hypercar-Kategorie seine dritte Saison im WEC – eine Kampagne, die nach einem Sieg bei den 6 Stunden von Fuji 2025 die Bestätigung bringen sollte. Die Fahrerpaarungen für 2026 waren groß angekündigt worden: das Auto Nr. 35 mit Habsburg, Milesi und dem Neuzugang António Félix da Costa (zweifacher Formel-E-Weltmeister), die Nr. 36 mit einem rein französischen Trio Gounon-Makowiecki-Martins. Die Saison wird stattfinden, aber es wird die letzte sein.
Philippe Krief, Direktor der Marke Alpine, erklärt in der offiziellen Mitteilung: "Wir mussten schwierige Entscheidungen treffen, um die langfristigen Ambitionen von Alpine zu schützen [...] die Konzentration auf die Formel 1 bietet uns eine einzigartige Plattform." Die F1 mit Kundenmotoren von Mercedes – ein Novum für eine Marke der Renault-Gruppe.
Dacia wiederum wird seinen Dakar-Titel 2027 nicht verteidigen. Die rumänische Marke kann die W2RC-Saison 2026 mit ihren von Prodrive vorbereiteten Sandriders zu Ende fahren, aber der Stopp ist beschlossene Sache. Nasser Al-Attiyah, Sébastien Loeb, Lucas Moraes und Cristina Gutierrez werden die verbleibenden vier Läufe bestreiten und sich dann nach einer anderen Tür umsehen.

"Made in Europe": Die neue Doktrin von Renault
Am 20. Februar sorgte eine weitere Nachricht für Unruhe: Laut Passionandcar erwägt François Provost ernsthaft, die nächsten kompakten Elektromodelle von Renault außerhalb Frankreichs zu produzieren. Der konkreteste Hinweis führt zum Werk in Palencia, Spanien.
Das steht im Gegensatz zur Politik der Jahre unter de Meo, der "alles in Frankreich" zu einem Marketingargument und einem Hebel zur Sicherung der heimischen Arbeitsplätze gemacht hatte. Das Werk in Douai, das historische Herz der Elektroproduktion bei Renault, beginnt aufgrund der Vielzahl der Programme an seine Kapazitätsgrenzen zu stoßen. In der Sache ist das Wettbewerbsargument logisch – die Elektromobilität bleibt ein Kostenkampf –, aber das Timing, nur wenige Wochen nach der Ankündigung zu Viry, verstärkt den Eindruck einer entschlossenen und schnellen industriellen Wende.
Der A390 GT: Was die Zahlen wirklich sagen
Angesichts alledem hat Alpine dennoch ein konkretes Produkt zu verteidigen: den A390 GT, seinen ersten elektrischen SUV. Die CMF-EV-Plattform stammt vom Nissan Ariya und vom Renault Scenic E-Tech, aber Alpine hat das Heck grundlegend umkonfiguriert, um dort zwei permanenterregte Synchronmotoren (einer pro Rad) mit permanent aktivem Torque Vectoring unterzubringen. Vorne ein dritter Motor mit gewickeltem Rotor. Gesamt: 295 kW (400 PS) und 661 Nm.
Auf dem Papier: 557 km WLTP-Reichweite mit 89 kWh Batterie. Auf der Straße ist das eine andere Geschichte. Laut den Messungen von Automobile
Geschrieben von
Jules DuboisSpezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute
Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...
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