Twingo E-Tech vs Kia EV2: Kleine Elektroautos im Vergleich

Der Renault Twingo E-Tech startet bei 19.490 € in der Basisversion Evolution und ist ab sofort bestellbar. Die Kia EV2 ist noch nicht auf dem Markt, schickt aber bereits einen Prototypen bei -21 °C in Norwegen auf die Strecke. Zwei sehr unterschiedliche Strategien, um dasselbe Segment zu erobern: bezahlbare kleine Elektroautos.
"Der Einstieg in die Elektro-Palette von Kia zu sein, bedeutet nicht, Kompromisse einzugehen." — Pablo Martinez Masip, Vice President Product & Marketing, Kia Europe
Die Twingo unter 20.000 €: Versprechen gehalten, aber Vorsicht vor dem Kleingedruckten
19.490 € – das ist der Katalogpreis des Twingo Evolution. Nicht 18.000, nicht 17.500. Und bevor man jubelt, sollte man die Details des Konfigurators lesen: Die Website zeigt manchmal 15.870 € als "Gesamtpreis" an, was bereits eine Umweltprämie von 3.620 € abzieht, die nicht jeder automatisch erhält. Der echte Einstiegspreis liegt bei 19.490 €.
Das ist dennoch eine echte Leistung in diesem Marktsegment. Der vorherige Twingo Electric startete bei 21.350 € mit nur 190 km Reichweite. Jetzt gibt es 263 km WLTP mit einem Motor von 82 PS und einer Batterie von 27,5 kWh – zu einem günstigeren Preis. Fortschritt, unbestreitbar.
Was die Pressemitteilung nicht direkt sagt: Das schnelle Gleichstromladen ist in Frankreich nicht serienmäßig enthalten. Man muss 500 € extra für das "Advanced Charge"-Paket ausgeben, das DC-Laden mit 50 kW, den dreiphasigen AC-Lader mit 11 kW und die V2L-Funktion freischaltet. Ohne dieses Paket hat man einen 7-kW-Bordlader, und der Ladevorgang von 10 auf 80 % dauert 4 Stunden und 15 Minuten an Wechselstrom. In Deutschland hat Renault dieses Paket direkt integriert, was den Basispreis auf 19.990 € erhöht – also 500 € mehr.
Serienmäßige Ausstattung: mehr als erwartet
Die gute Überraschung: Die Evolution-Ausstattung sieht nicht nach einem kastrierten Einstiegsmodell aus. Serienmäßig gibt es einen 10,1-Zoll-Zentralbildschirm mit drahtlosem Apple CarPlay und Android Auto, ein 7-Zoll-Digitalcockpit, manuelle Klimaanlage, Tempomat, Rückfahrparkpiepser, Voll-LED-Scheinwerfer und eine einzeln um 17 cm verschiebbare Rücksitzbank. Diese Sitzbank ist ein echter Trumpf: Sie variiert den Kofferraum zwischen 260 und 360 Litern je nach Bedarf.
Optisch behält die Basisversion das gleiche freche Gesicht wie die Techno. Die 16-Zoll-Radkappen sehen auf Stahlfelgen richtig gut aus, das serienmäßige Gelb Mango steht ihr. Der ADAC, der besonders renommierte deutsche Automobilclub, hat sie sogar auf Platz 1 von über 500 getesteten Autos in der Kategorie Kleinwagen gesetzt, vor dem Fiat 500e (Note 2,5 gegenüber 1,9 für den Twingo).
📋 Fiche technique
Kia EV2: 310 km bei -21 °C – Bestwert im norwegischen Test
Der Kia EV2 ist noch nicht im Handel. Geplant für Sommer 2026 mit Produktion in der Slowakei, fährt das Modell noch als Prototyp. Aber Kia hat beschlossen, ein getarntes Exemplar zum Wintertest des norwegischen Automobilverbands (NAF) zu schicken, dem El Prix Winter Test Drive – einer der härtesten Prüfungen für Elektroautos.
Ergebnis: 310,6 km mit der 61-kWh-Batterie bei Temperaturen zwischen -8 °C und -31 °C (der kältesten Ausgabe in der Geschichte des Tests). Bezogen auf die angestrebte WLTP-Reichweite von 413 km für die GT-Line-Version mit 19-Zoll-Rädern beträgt der Verlust genau 24,81 %. Das ist das beste Ergebnis aller Teilnehmer – Serienfahrzeuge diesmal.
Das Laden bestätigt die gute Kälteleistung: Von 10 auf 80 % in 36 Minuten unter diesen Polarbedingungen, gegenüber 30 Minuten unter idealen Bedingungen. In der Gesamtwertung des norwegischen Tests belegte der EV2 den ersten Platz unter allen Teilnehmern. Kia gibt an, dass die Wärmepumpe serienmäßig ist – eine kluge Entscheidung für Skandinavien.
Zwei sehr unterschiedliche Ansätze
Der Twingo setzt auf einen günstigen Einstiegspreis, einen kompakten Akku und eine einfache, aber clever designte Plattform. Er ist ein echtes Stadtauto, das mit seiner verschiebbaren Rücksitzbank und dem variablen Kofferraum überrascht. Der EV2 hingegen zielt auf eine höhere Reichweite, mehr Leistung und eine aufwändigere Plattform ab. Er wird voraussichtlich rund 30.000 € kosten und ist damit fast 10.000 € teurer als der Twingo.
Auf dem Papier sind die Unterschiede klar: Der Twingo ist ein Einstiegs-Elektroauto für die Stadt, der EV2 ein kompakter Allrounder mit ernstzunehmender Langstreckentauglichkeit. In der Realität hängt die Entscheidung vom Budget und den Fahrbedürfnissen ab. Wer nur in der Stadt unterwegs ist und knapp kalkuliert, greift zum Twingo. Wer gelegentlich längere Strecken fährt und mehr Komfort möchte, sollte auf den EV2 warten.
Fazit: Zwei Strategien, ein Ziel
Der Twingo ist der Preisbrecher, der EV2 der Kompakt-König. Beide haben ihre Berechtigung. Der Twingo zeigt, dass günstige Elektroautos möglich sind, ohne auf das Nötigste zu verzichten. Der EV2 beweist, dass auch kleine Elektroautos echte Reichweite bieten können. Die Wahl zwischen ihnen ist eine Frage des Geldes – und der Geduld. Der Twingo ist jetzt bestellbar, der EV2 kommt erst im Sommer 2026.
Geschrieben von
Jules DuboisSpezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute
Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...
Alle Artikel anzeigen (12)Weiterlesen

•Twingo E-Tech vs Kia EV2 : le duel des petites électriques abordables

•Twingo E-Tech vs Kia EV2: Small Affordable EVs Duel

•Twingo E-Tech vs Kia EV2: duelo de pequeños eléctricos asequibles

•Twingo E-Tech vs Kia EV2: duello tra elettriche economiche

•Twingo E-Tech vs Kia EV2: duelul mașinilor electrice mici și accesibile

•Twingo E-Tech vs Kia EV2: pojedynek małych elektryków
