Nissan, Stellantis, Volvo: Hersteller vor der Hybrid-Wende

672 Wörter4 Min LesezeitVon Thomas Martin
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Die Autoindustrie erlebt einen harten Bruch. Nissan verabschiedet sich von seiner Vorreiterrolle bei Elektroautos und setzt auf Hybride und EREV, Stellantis bucht 22 Milliarden Euro ab, nachdem man die Geschwindigkeit des Wandels überschätzt hatte, und Volvo bereitet eine SPA3-Plattform vor, die flache Elektro-Limousinen und Kombis ermöglicht. Polestar hält unterdessen am reinen E-Kurs fest, und die skandinavischen Märkte zeigen, dass die Nachfrage da ist – 2025 lag der EV-Marktanteil in Schweden bei 63,2 %.

„Unser Ziel ist es, mehr Geld zu verdienen“ — Ivan Espinosa, CEO von Nissan, zur Hybrid-Wende der Marke

Nissan schlägt Alarm

Vor 16 Jahren brachte Nissan den Leaf auf den Markt – das erste in Großserie gebaute Elektroauto. Ein absoluter Pionier. Heute verkündet CEO Ivan Espinosa offiziell die Kehrtwende: Die japanische Marke wird kurzfristig PHEVs und EREV (Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer) in ihr Programm aufnehmen, wie The Drive und Autoplus berichten.

Die Diagnose ist brutal. Der Ariya und der elektrische Micra (Zwillingsmodell des Renault R55 E-Tech](/article/renault-5-e-tech-38-000-ventes-face-a-la-concurrence-chinoise)) laufen zwar, aber nicht schnell genug. Das EV-Wachstum ist langsamer als erwartet, die Ladeinfrastruktur in vielen Märkten mangelhaft, und die staatlichen Förderungen bröckeln – vor allem in den USA. Die Folge: Nissan will Geld verdienen. Das sagt Espinosa ganz offen: „Unser Ziel ist es, mehr Geld zu verdienen.“

Der e-Power-Antrieb – ein Verbrenner-Generator, der einen Elektromotor speist – soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Es geht nicht um eine Abkehr vom Elektroauto, sondern um eine Angebotserweiterung hin zu Hybridtechnologien, die der Markt heute leichter annimmt.

💡 Le saviez-vous ?
Der Nissan Leaf, 2010 eingeführt, war das erste in Großserie gebaute reine Elektroauto der Welt. Nissan spielte damals die Rolle des Vorreiters – eine Position, die die Marke heute nur schwer in einen kommerziellen Vorteil gegenüber den Newcomern ummünzen kann.

Stellantis: 22 Milliarden Euro für Tavares‘ Fehler

Der Fall Stellantis ist noch härter. Der 2021 aus der Fusion von FCA und PSA entstandene Konzern hat Anfang Februar eine Rückstellung von 22 Milliarden Euro angekündigt – direkt verknüpft mit einem zu schnellen und schlecht kalkulierten Elektro-Umbau, so Autoplus. Der neue Chef Antonio Filosa nimmt kein Blatt vor den Mund: Die vorherige Führung habe die Geschwindigkeit, mit der die Leute ihre Verbrenner aufgeben würden, schlicht überschätzt.

Die Schäden sind handfest. Das Gemeinschaftsunternehmen StarPlus Energy mit Samsung SDI wurde aufgegeben. Die Investitionen in Gigafabriken werden zurückgefahren. Und in den USA hat die Kanzlei Levi & Korsinsky ein Ermittlungsverfahren wegen unzureichender Aktionärsinformationen eingeleitet, nach dem Börsencrash vom 6. Februar.

Die aggressive Preispolitik der letzten Jahre – jene berühmte „Pricing Power“, mit der der Konzern prahlte – hat die Kunden letztlich vertrieben. Die Leute hörten auf mitzuziehen, behielten ihre alten Fahrzeuge oder wechselten zu günstigeren Marken. Die neue Führung konzentriert die Strategie nun wieder auf erschwinglichere Hybrid- und Verbrennerantriebe.

Used [Peugeot 3008](/article/peugeot-remplace-le-puretech-par-le-moteur-turbo-100-sur-208-et-2008) 2017-2024 front
Photo : © WhatCar

Sogar eine mögliche Aufspaltung des Konzerns steht im Raum. Laut Autocar beruhte die ursprüngliche Logik der Zusammenführung von FCA und PSA auf einer regulatorischen Konvergenz zwischen den USA und Europa – eine Konvergenz, die nicht mehr existiert, seit Washington seine Emissionsziele aufgegeben und Handelsbarrieren errichtet hat. Die beiden „Herzen“ des Konzerns schlagen heute in unterschiedlichen Rhythmen.

Volvo bereitet den Nachfolger des hochbeinigen SUV vor

Bei Volvo arbeitet man an etwas Diskreterem, aber potenziell sehr Interessantem. Die neue SPA3-Plattform, speziell für EVs entwickelt, soll Autos mit deutlich flacheren Profilen ermöglichen als die aktuellen Elektro-SUVs, so Autocar.

Der verantwortliche Ingenieur erklärt das Prinzip: Ohne Verbrenner, ohne Tank, ohne Auspuffanlage kann die Struktur völlig neu gedacht werden. Die Batteriezellen können bis vor die Windschutzscheibe verteilt werden, was Platz für sogenannte „Foot Garages“ schafft – denselben Trick, den Porsche Taycan und Audi EE-tron GT](/article/volkswagen-id-3-gtx-performance-326-ch-pour-defier-la-hyundai-ioniq-5-n) nutzen, um die Gürtellinie abzusenken. Das Ergebnis: Es könnten elektrische Volvo-Kombis zurückkehren, deren Profil an die alten V60 und V90 erinnert.

Der aktuelle ES90

Geschrieben von

Thomas Martin

Spezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet

Expert SUV et crossovers depuis plus de 15 ans, Thomas a parcouru les routes du monde entier pour tester les véhicules les plus robustes. Ancien pi...

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