Hyundai Tucson: Sammelklage wegen Phantom-Bremsungen
Ein Besitzer des Hyundai Tucson verklagt den koreanischen Hersteller wegen wiederholter Phantom-Bremsungen. Dennis Sperling hat eine Sammelklage beim Bundesgericht in Kalifornien eingereicht. Er wirft dem Frontalkollisionsvermeidungssystem des Tucson 2025 vor, auf freier Strecke grundlos Notbremsungen auszulösen.
"Das Kollisionsvermeidungssystem kann sich abschalten, nicht richtig funktionieren oder unnötig arbeiten, je nach Straßenbedingungen und Umgebung" — Handbuch Hyundai Tucson 2025
Ein Sicherheitssystem, das Probleme macht
Der Kläger Dennis Sperling wirft dem Forward Collision-Avoidance Assist seines Tucson vor, ohne ersichtlichen Grund brutal zu bremsen. Laut seiner Klage traten diese Phantom-Bremsungen mehrfach auf, obwohl die Fahrbahn vor ihm völlig frei war.
Das System, das eigentlich Kollisionen verhindern soll, indem es Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer erkennt, soll Notbremsungen auslösen, selbst wenn kein Hindernis vorhanden ist. Sperling betont, dass es bisher zu keinem Unfall oder Verletzungen kam, kritisiert aber das Risiko, bei diesen plötzlichen Stopps von hinten gerammt zu werden.
Mängel, die Hyundai einräumt
Die Klage zitiert mehrere Passagen aus dem 2025er Handbuch, in denen Hyundai zahlreiche Situationen auflistet, die das System stören können. Der Hersteller erwähnt unter anderem Spiegelungen auf nasser Fahrbahn, extreme Temperaturen um den Frontradar oder das Fahren in Tunneln oder auf Metallbrücken.
Überraschenderweise steht im Handbuch, dass das System auslösen kann, wenn "das vorausfahrende Fahrzeug eine ungewöhnliche Form hat" oder "bergauf oder bergab fährt". Für Sperling beweisen diese Warnungen, dass Hyundai die Mängel des Systems vor der Markteinführung kannte.
Welches Ausmaß hat das Problem?
Die Klage zielt darauf ab, den Status einer Sammelklage zu erhalten, um alle Besitzer des Tucson 2025 zu vertreten, die mit demselben Problem konfrontiert sind. Mehrere Berichte im Internet schildern ähnliche Probleme, was darauf hindeutet, dass das Phänomen viele Fahrer betreffen könnte.
Das System ist Teil des Fahrassistenzpakets des Tucson. Neben der Erkennung von Fahrzeugen und Fußgängern umfasst es auch die Radfahrererkennung und Kreuzungsassistenz. Aber diese Technologie, die eigentlich die Sicherheit erhöhen soll, scheint laut den Klägern manchmal den gegenteiligen Effekt zu haben.

Ein Hersteller unter Druck
Dieser Fall kommt in einem Kontext, in dem Hyundai einem verschärften Wettbewerb im Segment der kompakten SUVs gegenübersteht. Der Tucson ist auf dem amerikanischen Markt gut positioniert, aber diese technischen Probleme könnten seinen Ruf als zuverlässiges Auto beschädigen.
Die Klage wirft dem Hersteller vor, diese Technologie überstürzt auf den Markt gebracht zu haben, indem er Sensoren und Komponenten von unzureichender Qualität verwendete. Sie kritisiert auch die Formulierung der Warnungen im Handbuch, die angesichts des Risikos grundloser Bremsungen bei hoher Geschwindigkeit als zu verharmlosend angesehen wird.
Welche Konsequenzen für die Besitzer?
Bisher hat Hyundai offiziell keine Stellung zu diesem Rechtsfall bezogen. Der Hersteller muss sich vor dem kalifornischen Gericht zu den Vorwürfen äußern und könnte gezwungen werden, technische oder finanzielle Lösungen für die betroffenen Besitzer anzubieten.

Bis dahin können Fahrer des Tucson 2025 bestimmte Funktionen des Systems über die Fahrzeugeinstellungen deaktivieren, auch wenn dies die Sicherheitshilfen reduziert. Das Handbuch empfiehlt, stets wachsam zu bleiben und die Hände am Lenkrad zu lassen.
Dieser Fall könnte Präzedenzwirkung haben und andere Hersteller dazu bringen, die Zuverlässigkeit ihrer Fahrassistenzsysteme zu überprüfen. Der Ausgang des Prozesses wird von der Automobilindustrie genau beobachtet, während sich diese Technologien in allen Segmenten durchsetzen.
[FAQ]Kann man das automatische Bremssystem im Tucson deaktivieren?
Ja, es ist möglich, certa
Geschrieben von
Thomas MartinSpezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet
Expert SUV et crossovers depuis plus de 15 ans, Thomas a parcouru les routes du monde entier pour tester les véhicules les plus robustes. Ancien pi...
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