Honda Insight 2024: Elektro-Crossover mit 500 km Reichweite

945 Wörter5 Min LesezeitVon Thomas Martin

Honda belebt den Insight als Elektro-Crossover mit 500 Kilometern Reichweite in Japan wieder. Es handelt sich um eine umbenannte Version des chinesischen eNS2-Modells von Dongfeng. Diese Neuinterpretation des ikonischen Namens entwickelt 201 PS und 310 Nm Drehmoment mit einem einzigen Frontmotor.

"Honda nutzt diesen Namen wieder, weil das neue Auto einen Einblick in die Bedürfnisse und Trends des aktuellen Marktes bietet" — Honda Motor

Ein unerwartetes Comeback für einen mythischen Namen

Der Insight ist wieder im Honda-Katalog, aber in einer Version, die mit dem ursprünglichen Hybrid-Coupé von 1999 kaum noch etwas gemeinsam hat. Dieses Mal setzt Honda auf einen kompakten Elektro-Crossover für den japanischen Markt, mit straffen Linien, die sich deutlich von der aerodynamischen Silhouette des Vorfahren abheben.

Der japanische Hersteller hat sich aus einem bestimmten Grund für die Wiederbelebung dieses Namens entschieden. Honda erklärt, dass dieses neue Modell "einen Einblick in die Bedürfnisse und Trends des aktuellen Marktes bietet" – eine Art, diese Namenswiederverwendung für ein Fahrzeug zu rechtfertigen, das dem ursprünglichen Konzept diametral entgegengesetzt ist.

💡 Wussten Sie schon?
Der originale Insight von 1999 war das erste in den USA vermarktete Hybridfahrzeug und kam damit auf diesem strategischen Markt der Prius um einige Monate zuvor.

Eine offen kommunizierte chinesische Herkunft

Hinter diesem neuen Modell verbirgt sich in Wirklichkeit der eNS2, ein elektrischer SUV, der von der Honda-Dongfeng-Allianz für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Honda hat dieses Fahrzeug einfach für Japan angepasst, indem es auf Rechtslenkung umgerüstet und einige Details der Ausstattung verfeinert wurden.

Diese Strategie ist bei Honda nicht neu. Der Hersteller hatte bereits mit dem e:Ny1 genauso verfahren, der ebenfalls auf den Grundlagen eines ursprünglich für China entwickelten Modells basiert. Ein pragmatischer Ansatz, der es ermöglicht, die Elektro-Palette schnell zu erweitern, ohne die Entwicklungsinvestitionen zu vervielfachen.

dongfeng e:ny1 2026

Leistung im Mittelfeld

Technisch bleibt Honda bezüglich der endgültigen Spezifikationen für den japanischen Markt zurückhaltend. Der Hersteller bestätigt jedoch einen Vorderrad-Elektromotor mit 310 Nm Drehmoment, was dem chinesischen Modell mit 201 PS entspricht. Die Leistung verspricht laut Honda "dynamisch und agil" zu sein, ohne weitere Angaben zu den Beschleunigungswerten.

Die angekündigte Reichweite liegt bei 500 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus, ein solider Wert für einen kompakten Elektro-SUV. Dieser Wert platziert den Insight im Mittelfeld der europäischen Konkurrenz, ohne sich besonders hervorzuheben.

💡 Schlüsselzahl
33 % der britischen Autoverkäufe müssen 2024 laut dem ZEV-Mandat elektrisch sein – ein Prozentsatz, der bis 2030 auf 80 % steigen wird.

Ein minimalistisches Interieur im Extremen

Das Interieur folgt der Philosophie des Honda ee:Ny1](/article/honda-civic-d-occasion-la-voiture-a-5000-qui-dure-eternellement), indem es fast alle physischen Knöpfe abschafft. Nur die Entfroster entgehen der Digitalisierung, der Rest der Bedienelemente ist auf einem zentralen 12,8-Zoll-Touchscreen in horizontaler Position zusammengefasst.

Honda wollte den Komfort priorisieren, mit einer erhöhten Sitzposition und verstellbaren Rücksitzen. Der Hersteller hat sogar einen Duftzerstäuber mit sechs verschiedenen Düften integriert – eine eher ungewöhnliche Ausstattung in dieser Kategorie.

Wann kommt er nach Europa?

Honda hat eine Vermarktung in Europa für dieses neue Modell noch nicht bestätigt. Der Hersteller hat in die Umrüstung auf Rechtslenkung für Japan investiert, was einen Start im Vereinigten Königreich technisch erleichtern würde. Aber bisher ist kein Termin durchgesickert.

Diese Zurückhaltung erklärt sich aus der schwierigen Lage von Honda auf dem europäischen Elektromarkt. Der Hersteller bietet derzeit nur zwei vollelektrische Modelle an: den Kleinwagen Honda e und den kompakten SUV e:Ny1 – ein noch unzureichendes Angebot angesichts der regulatorischen Verpflichtungen.

💡 Technischer Punkt
Honda profitiert von einer gewissen Flexibilität bei den britischen ZEV-Quoten dank seiner vollständig hybridisierten Modellpalette, die hilft, die durchschnittlichen CO2-Emissionen zu senken.

Eine noch unklare Elektro-Strategie

Dieses Comeback des Insight verdeutlicht das Zögern von Honda bei der Elektrifizierung. Der japanische Hersteller setzt noch stark auf den klassischen Hybrid, eine Technologie, die er perfekt beherrscht, die aber angesichts der bevorstehenden Verkaufsverbote für Verbrenner nicht mehr ausreichen wird.

Der Ansatz, chinesische Modelle anzupassen, spart Zeit, stellt aber die Fähigkeit von Honda in Frage, eine eigene elektrische Identität zu entwickeln. Die europäischen und amerikanischen Konkurrenten gehen mit dedizierten Plattformen und Spitzentechnologien in Führung.

Der elektrische Insight bleibt also eine vorsichtige Wette, weit entfernt von der technologischen Kühnheit, die den Erfolg des Originalmodells ausmachte. Ein Ansatz, der vielleicht die aktuelle Philosophie von Honda widerspiegelt: Vorankommen, ohne übermäßige Risiken einzugehen, auch wenn man in einigen Segmenten zu spät kommt.

Questions fréquentes

Wird der Insight in Frankreich verkauft werden?
Honda hat eine Vermarktung in Europa für den Insight noch nicht bestätigt. Angesichts der geringen Verkaufszahlen des e:Ny1 auf dem Kontinent scheint eine Einführung in Frankreich derzeit unwahrscheinlich. Honda könnte sich darauf konzentrieren, seine Hybridmodelle zu fördern, die in Europa besser ankommen.
Ist der neue Insight ein echter Honda?
Technisch gesehen basiert er auf einem von der Honda-Dongfeng-Allianz für China entwickelten Modell. Die Anpassungen für Japan (Rechtslenkung, Ausstattung) werden von Honda vorgenommen. Es ist also ein Honda, aber auf einer Plattform, die für den chinesischen Markt konzipiert wurde – eine gemeinsame Entwicklung, keine rein interne.
Wie schneidet die 500-km-Reichweite im Vergleich ab?
Sie liegt im guten Mittelfeld. Ein VW ID.4 schafft ähnlich viel, ein Tesla Model Y Long Range deutlich mehr (über 500 km WLTP). Für einen kompakten SUV ist es ein solider Wert, aber kein Spitzenwert, der die Konkurrenz aussticht.
Warum bringt Honda nicht mehr eigene Elektroautos heraus?
Honda hat lange auf Hybrid gesetzt und war bei der Entwicklung reiner Elektro-Plattformen langsamer. Die Partnerschaft mit GM in den USA und die Nutzung chinesischer Plattformen sind Versuche, Zeit aufzuholen. Die eigene Architektur "e:Architecture" kommt erst später in diesem Jahrzehnt.

Geschrieben von

Thomas Martin

Spezialist SUV, suv, crossover, essai, utilitaire, familiale, pickup, comparatif, citadine, berline, cabriolet

Expert SUV et crossovers depuis plus de 15 ans, Thomas a parcouru les routes du monde entier pour tester les véhicules les plus robustes. Ancien pi...

Alle Artikel anzeigen (10)

Weiterlesen

Kommentare

💬
Kommentare werden geladen...

Kommentar hinterlassen

0/1000

Ihre E-Mail wird nicht öffentlich angezeigt. Mit der Übermittlung dieses Kommentars stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie.