Audi MMI: Parken und Laden direkt vom Bildschirm aus bezahlen

Audi integriert zwei neue Apps – EasyPark und RYD – direkt in sein MMI-Bordsystem. Ziel: Fahrer sollen Parken, Tanken, Laden und Waschen bezahlen können, ohne das Fahrzeug zu verlassen oder ihr Smartphone zu benutzen. Der Rollout umfasst derzeit über 1.300 europäische Städte für EasyPark sowie mehr als 10.000 Tankstellen und eine Million Ladepunkte für RYD.
„Das Parken endet automatisch, sobald die Geschwindigkeit 15 km/h überschreitet – ohne jegliches Zutun des Fahrers.“ — Audi, offizielle Mitteilung
EasyPark: Einen Parkplatz finden und bezahlen, ohne sich zu rühren
Der interessanteste Teil von EasyPark ist nicht die Parkplatzsuche – das können andere Systeme schon länger. Es ist das, was danach passiert. Sobald das Fahrzeug in die P-Stellung schaltet, bietet das MMI an, den Parkzähler zu starten. Der Fahrer akzeptiert, und schon läuft die Parkuhr im Hintergrund – ohne Ticket, ohne Drittanbieter-App auf dem Telefon.
Eine Warnung erscheint, wenn die vorausbezahlte Zeit abläuft. Dann kann man direkt über den Zentralbildschirm oder das Smartphone verlängern. Und wenn man losfährt, stoppt das Parken automatisch, sobald die Geschwindigkeit 15 km/h übersteigt. Keine Aktion nötig, kein Risiko, die Sitzung zu vergessen und für ungenutzte Zeit zu zahlen.
Das Netzwerk umfasst über 1.300 Städte in Europa – das ist bereits beachtlich, auch wenn ländliche Gebiete logischerweise vorerst außen vor bleiben.
RYD: Tanken, Laden und Waschen vom Bildschirm aus
Die App RYD funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, deckt aber ein breiteres Spektrum ab. Sie verwaltet drei Zahlungsarten: Kraftstoff, Elektroladung und Wäsche. Nähert sich der Fahrer einer kompatiblen Station, öffnet sich automatisch ein Pop-up-Fenster auf dem MMI.
Fürs klassische Tanken genügt es, die Zapfsäulennummer auszuwählen, einen Höchstbetrag festzulegen und zu bestätigen. Beim Elektroladen geht die Integration weiter: Die Navigation aktiviert bei Annäherung an die Säule das Preconditioning der Batterie, was die Ladeeffizienz verbessert, besonders im Winter. Die Bezahlung der Sitzung erfolgt dann über den Touchscreen.
Zu den kompatiblen Marken zählt Audi unter anderem Esso. Das angekündigte Netzwerk ist groß – über 10.000 Tankstellen und eine Million Ladepunkte in Europa – auch wenn die tatsächliche Abdeckung natürlich von Land und Partnerbetreibern abhängt.
Diese Apps erweitern einen schnell wachsenden Audi Store
EasyPark und RYD gesellen sich zu einem bereits gut gefüllten Katalog. Der Audi Store, über das MMI zugänglich, bietet bereits Disney+, YouTube, Spotify und Bloomberg. Die Logik ist klar: Den Innenraum zur zentralen Schnittstelle des vernetzten Lebens machen – jenseits von reiner Navigation oder Musik.
Was diese beiden neuen Apps von den bisherigen unterscheidet, ist ihr Bezug zum konkreten Alltag der Fahrer – nicht zur Unterhaltung während des Wartens. Parken oder Tanken vom Autodisplay aus zu bezahlen, ohne physischen Kontakt, ohne weiteres Gerät, löst eine echte Reibung, die Nutzer täglich erleben.
Nach unseren Informationen positioniert Audi diese Integrationen sowohl als Argument für die Kundenbindung im Segment als auch als Technologie-Vitrine – die Dienste sind ohne zusätzliches Abo oder physische Karte nutzbar.

Sind diese Funktionen auf allen Audi-Modellen verfügbar?
Die verfügbaren Quellen präzisieren nicht die genaue Liste kompatibler Modelle. Der Rollout erfolgt über den Audi Store im MMI-System, was nahelegt, dass nur Fahrzeuge mit den neuesten Generationen dieser Schnittstelle Zugang haben. Ältere Modelle oder Einstiegsversionen mit vereinfachtem MMI könnten daher außen vor bleiben – ein Punkt, den Audi öffentlich noch nicht klargestellt hat.
Der Rollout wird als schrittweise beschrieben, was bedeutet, dass nicht alle europäischen Märkte gleichzeitig abgedeckt werden. Wenn Sie ein aktuelles Audi fahren und diese Apps noch nicht in Ihrer Schnittstelle sehen: Geduld.
Was das über Audis Strategie verrät
Audi ist nicht die einzige Marke, die an integrierten Zahlungen arbeitet. Aber die Art und Weise, wie die Marke diese Dienste in ihr Ökosystem einwebt, zeigt eine klare Richtung. Die Integration von EasyPark und RYD ist nicht einfach eine technische Spielerei – sie ist ein strategischer Schritt, um die Abhängigkeit von Smartphone und physischen Zahlungsmitteln zu reduzieren. Das Auto wird zur eigenständigen Plattform.
Geschrieben von
Sophie RenardSpezialist luxe, premium, sportive, sport auto, allemandes, reglementation, assurance, prix, ventes
Spécialiste du segment premium et luxe, Sophie couvre l'actualité des marques prestigieuses depuis 12 ans. Ancienne attachée de presse pour un cons...
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