Tesla Autopilot: 8 Mrd. Meilen und 243 M$ Strafe

790 Wörter4 Min LesezeitVon Jules Dubois
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Tesla Autopilot hat bis Anfang 2026 kumuliert 8 Milliarden Meilen im überwachten Modus zurückgelegt – eine Rohzahl, die so viel verbirgt wie sie preisgibt. Während die Marke mit Trainingsdaten Rekorde bricht, kassiert sie eine Verurteilung zu 243 Millionen Dollar wegen eines tödlichen Unfalls in Florida und streicht still und leise den Begriff „Autopilot" aus ihren in den USA verkauften Neuwagen. All das innerhalb weniger Wochen.

„Tesla hat bewusst eine Unklarheit über die tatsächlichen Fähigkeiten seiner Systeme aufrechterhalten." – Kalifornischer Verwaltungsrichter, Ende 2024

Tesla: Sein Autopilot verantwortlich für viele Verkehrsunfälle?

8 Milliarden Meilen: Was das konkret bedeutet

Im Februar 2026 gab Tesla bekannt, dass sein FSD Supervised (vollständig autonomes Fahren im überwachten Modus) die Marke von 8 Milliarden Meilen geknackt hat. Das Detail, das die Beschleunigung verdeutlicht: Die vorherige Milliarde wurde in nur 50 Tagen absolviert – zwischen Dezember 2025 und Februar 2026.

Die Fortschrittskurve ist atemberaubend. 2021 lag die Gesamtzahl bei 6 Millionen Meilen. 2022 bei 80 Millionen. 2023 bei 670 Millionen. 2024 bei 2,25 Milliarden. Die Größenordnung ändert sich mit jedem Schritt.

Mehrere Mechanismen erklären diesen Anstieg: massenhaft verteilte einmonatige Testversionen an Besitzer, ein wachsender Bestand an förderfähigen Fahrzeugen mit jeder Auslieferung und die schrittweise Einführung des Robotaxi-Programms. Tesla erzeugt künstlichen Druck in Richtung 10 Milliarden – die symbolische Schwelle, die Elon Musk seit Monaten als Bedingung für die Ausweitung des autonomen Fahrens nennt.

📊 Chiffre clé
In nur 50 Tagen – zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 – hat das FSD Supervised von Tesla zusätzlich 1 Milliarde Meilen zurückgelegt, mehr als in den ersten 6 Jahren des Programms zusammen.

Auf dem Papier ist die Anhäufung so vieler Daten eine echte Stärke. Die neuronalen Netze, die das FSD steuern, lernen aus jeder angetroffenen Situation. In der realen Welt bleibt es jedoch überwachter Modus: Der Fahrer muss aufmerksam bleiben und die Hände bereithalten. Es handelt sich nicht um Autonomie der Stufe 4 oder 5. Es ist erweiterte Fahrassistenz mit einem Menschen als permanentem Sicherheitsnetz.

Wann wird FSD in Europa verfügbar sein?

Derzeit gibt es kein bekanntes Datum. Das FSD bleibt in Europa verboten, blockiert durch Vorschriften, die dieses Assistenzniveau auf offener Straße ohne vorherige Genehmigung der Behörden noch nicht erlauben. Tesla sammelt Milliarden von Meilen in den USA, aber dieses Training findet auf amerikanischen Straßen statt – Verkehrskonfiguration, Beschilderung, Fahrerverhalten – die nicht perfekt mit den europäischen Bedingungen übereinstimmen. Selbst wenn die Zulassung irgendwann kommt, wird eine Anpassungsphase der Daten an den europäischen Kontext notwendig sein.

tesla 2026

243 Millionen Dollar: Der Autopilot vor Gericht

Anfang 2025 bestätigte ein Bundesrichter die Verurteilung von Tesla zur Zahlung von 243 Millionen Dollar im Fall eines tödlichen Unfalls, der sich 2019 in Key Largo, Florida ereignete. Die Fakten: George McGee, am Steuer einer Model S mit aktiviertem Autopilot, bückte sich, um sein Telefon aufzuheben. Das Auto überfuhr einen Stoppschild und eine rote Ampel und prallte dann mit 100 km/h in ein geparktes Fahrzeug. Naibel Benavides Leon, 22 Jahre alt, starb beim Aufprall. Dillon Angulo, 26 Jahre alt, wurde schwer verletzt.

Die Bundesjury in Miami sprach Tesla eine Mitschuld von 33 % zu. Richterin Bloom wies anschließend die von der Marke eingereichte 71-seitige Berufung ab und befand die Argumente für unzureichend. Tesla prüft einen erneuten Rechtsbehelf und versucht, andere ähnliche Fälle außergerichtlich zu regeln.

Was aus dem Prozess hervorgeht, beschränkt sich nicht auf die Entschädigung. Der Begriff „Autopilot" selbst wurde in diesem Zusammenhang als irreführend beurteilt, was die Verwirrung darüber nährt, was das System tatsächlich leisten kann. Ein Fahrer, der „Autopilot" hört, könnte vernünftigerweise glauben, dass das Auto die Situation autonom bewältigt. Das ist nicht der Fall.

💡 Le saviez-vous ?
Im November 2023 erhob das kalifornische Department of Motor Vehicles formelle Anklage gegen Tesla wegen der Verwendung der Begriffe „Autopilot" und „Full Self-Driving". Ein Verwaltungsrichter entschied Ende 2024 zugunsten des Staates.

Die stille Streichung des Autopiloten

Im Januar 2026 entfernte Tesla still und leise den Autopilot aus seinen in den USA verkauften Neuwagen. Dies wurde nicht mit großem Tamtam in einer Pressemitteilung angekündigt. Es ging als bloßes Angebotsupdate durch.

Hinter dieser Entscheidung steckt direkter Druck des California DMV (Department of Motor Vehicles). Nach fünfjähriger Untersuchung der Verwendung der Begriffe „Autopilot" und „Full Self-Driving" bekam der kalifornische Regulierer Ende 2024 recht: Der Verwaltungsrichter befand, dass Tesla „bewusst eine Unklarheit über die tatsächlichen Fähigkeiten seiner Systeme aufrechterhalten" habe. Tesla erhielt daraufhin ein 60-tägiges Ultimatum, die Verwendung des Begriffs einzustellen.

Anstatt die Funktion umzubenennen, entschied sich Tesla, sie zu entfernen. Bisher umfasste der Autopilot zwei Funktionen: die Verkehrsbewusste Geschwindigkeitsregelung (adaptiver Tempomat) und die aktive Spurhaltung. Nun gibt es nur noch den T

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Jules Dubois

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Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...

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