Stellantis: Firefly-Motor ersetzt PureTech bei Fiat

699 Wörter4 Min LesezeitVon Jules Dubois
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Stellantis ändert seine Strategie bei den Benzinmotoren für Kleinwagen. Der italienisch-amerikanische Konzern bereitet den Firefly-Motor als Nachfolger des PureTech (ehemals Prince) für einen Großteil seiner Klein- und Kompaktwagen in Europa vor – darunter die Modelle Fiat, Peugeot, Citroën und Opel. Zeitplan der Umstellung, Zuverlässigkeit, Hubraum: Das wissen wir wirklich.

"Der Peugeot 308 bekommt wieder einen Diesel" — Automobile Magazine, zur neuen Motorenstrategie von Stellantis

Der PureTech: Ein schweres Erbe

Der Dreizylinder-1.2-PureTech hat einen etablierten Ruf – und nicht den besten. Jahrelang hat dieser Block, der zwischen Peugeot, Citroën, Opel, DS und Fiat geteilt wurde, Probleme mit Steuerkette und Zylinderkopfdichtung angehäuft. Stellantis hat Hunderte von Millionen für Rückrufe und Garantieverlängerungen ausgegeben. Beim Peugeot 3008 bemerkt Automobile Magazine die Absurdität eines Familien-SUVs, der von "einem kleinen 1.2-Liter-Dreizylinder angetrieben wird, für einen Fahrzeugtyp, der früher einen 2.0 HDi mit 180 PS und reichlich Drehmoment bekommen konnte". Die Botschaft ist klar: Der PureTech, selbst verbessert, schleppt einen reputationsmäßigen Ballast mit sich.

fiat 2026

💡 Wussten Sie schon?
Der PureTech 1.2-Motor war Gegenstand mehrerer massiver Rückrufe in Europa aufgrund von Problemen mit der Steuerkette und der Zylinderkopfdichtung, was Stellantis mehrere hundert Millionen Euro an Garantie- und Rechtskosten gekostet hat.

Der Firefly: Was ist das genau?

Der Firefly ist ein Benzinblock, der ursprünglich von Fiat für Schwellenmärkte (Brasilien, Indien) entwickelt wurde. Es handelt sich um einen Dreizylinder-1.0-Liter oder Vierzylinder-1.3-Liter je nach Version, mit einer modernen Architektur und einem Ruf für Robustheit, der sich deutlich vom PureTech unterscheidet. Die große Frage: Wird ein Motor, der für brasilianische Fiat Argo und Cronos entwickelt wurde, den europäischen Anforderungen in Bezug auf Abgasreinigung, Laufruhe und Leistung gerecht?

Auf dem Papier hat der Firefly Stärken. Die Architektur ist einfacher, die Zuverlässigkeit in den Märkten, in denen er seit Jahren läuft, ist gut. Aber "einfach und robust" bedeutet nicht "für Euro 7 geeignet" ohne erhebliche Ingenieursarbeit. Stellantis wird mit den sich weiter verschärfenden europäischen Emissionsnormen umgehen müssen, in einem Kontext, in dem der Konzern überall an Boden verliert.

📋 Fiche technique

Fiat Firefly 1.0 T3 MotorPureTech 1.2 Motor (aktuell)
⚙️Moteur
3 Zylinder 1.0 Liter Turbo3 Zylinder 1.2 Liter Turbo
Puissance
101 PS100 bis 136 PS je nach Version
🔧Couple
190 Nm205 bis 230 Nm

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Wann kommt dieser Motor nach Europa?

Es gibt noch kein offizielles Datum von Stellantis für eine europäische Einführung des Firefly in Großserienmärkten. Der Übergang scheint schrittweise, Modell für Modell, zu erfolgen. Was sicher ist: Der PureTech wird nicht unbegrenzt weitergeführt: Stellantis hat deutlich signalisiert, dass er einen Nachfolger für diesen Block bei den kleinen Hubräumen sucht, und der Firefly ist der ernsthafteste interne Kandidat. Die Anpassung an die Euro 7-Normen – die ab 2026 für Neumodelle in Kraft treten – wird der wahre Test sein.

💡 Schlüsselzahl
Im Jahr 2025 machte Diesel nur noch 7,7 % der gesamten Neuzulassungen in Europa aus, gegenüber über 50 % vor dem Dieselgate von Volkswagen im September 2015. Ein Zusammenbruch, der erklärt, warum Stellantis versucht, sein Benzinangebot zu stärken.

Die Motorenstrategie von Stellantis geht in alle Richtungen

Hier wird es interessant – oder je nach Standpunkt besorgniserregend. Einerseits bringt Stellantis den Diesel bei Kompaktwagen zurück, die ihn nicht mehr hatten: Der Citroën C4 und der Peugeot 308 werden laut Automobile Magazine wieder einen HDi-Block bekommen. Andererseits bereitet der Konzern den Firefly als Benzin-Nachfolger vor, während er gleichzeitig den elektrischen Übergang mit ACC (seinem Batterie-Joint-Venture mit Mercedes und TotalEnergies) managt, das im Werk Douvrin mit Hochlaufschwierigkeiten kämpft.

Bei den Nutzfahrzeugen ist es eine andere Geschichte: Der Multijet 2.2 Liter wurde gerade für Euro 6e-bis homologiert und ersetzt den 2.0 bei Fiat Scudo, Citroën Jumpy, Peugeot Expert und Opel Vivaro. Dieser neue Block bietet bis zu 13 % weniger Verbrauch im Vergleich zum Vorgänger, mit zwei Leistungsstufen von 150 PS und 180 PS, beide mit 400 Nm Drehmoment.

Der Diesel kehrt zurück

Geschrieben von

Jules Dubois

Spezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute

Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...

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