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Rivian: Umsatz gestiegen trotz weniger Auslieferungen

754 Wörter4 Min LesezeitVon Jules Dubois
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Rivian hat 2025 42.247 Elektrofahrzeuge ausgeliefert – 18 % weniger als 2024. Doch der Gesamtumsatz stieg um 8 % auf 5,387 Milliarden Dollar. Das Paradoxon erklärt sich aus einer einzigen Bilanzzeile: der Kooperation mit Volkswagen, die das Segment Software & Services explodieren ließ. Parallel dazu setzt Amazon inzwischen über 30.000 Rivian EDV-Transporter auf amerikanischen Straßen ein.

"Amazon now operates more than 30,000 electric delivery vans from Rivian, having added roughly 10,000 units within the past year." — Electrive EN, Februar 2026

Weniger Autos verkauft, mehr Geld verdient

Auf dem Papier sieht 2025 wie ein schlechtes Jahr für Rivian aus. Die Auslieferungen fielen um 18 % gegenüber dem Rekord von 51.579 Einheiten im Jahr 2024, und der Fahrzeugumsatz sank um 15 % auf 3,83 Milliarden Dollar. Der gestiegene Durchschnittserlös pro Fahrzeug konnte den Volumenverlust nicht ausgleichen.

Doch wo Analysten ein Desaster erwarteten, zog Rivian einen Rettungsanker. Das Segment Software and Services erwirtschaftete 1,557 Milliarden Dollar – ein Plus von 222 % im Jahresvergleich. Der Sprung kommt fast vollständig aus dem Joint Venture mit Volkswagen, das 2024 gegründet wurde. Rivian entwickelt darin eine elektrische/elektronische Architektur (E/E) und eingebettete Software. Code gegen Cash, kurz gesagt.

💡 Schlüsselzahl
Das Segment Software and Services von Rivian legte 2025 um 222 % zu und stieg von einer Nebenzeile der Bilanz auf 1,557 Milliarden Dollar Umsatz – das sind fast 29 % des Gesamterlöses.

Was VW genau kauft

Die Partnerschaft ist nicht einfach ein Scheck. Volkswagen will die E/E-Architektur von Rivian in eigenen Modellen einsetzen, beginnend mit dem ID.1 im Jahr 2027, später dann in Fahrzeugen auf der künftigen SSP-Plattform. Rivian liefert also Technologie, die einer der größten Autohersteller der Welt nicht schnell genug intern entwickeln konnte.

Seit Sommer 2025 hält VW 12,3 % an Rivian und ist damit der zweitgrößte Aktionär, knapp hinter Amazon. Der deutsche Hersteller hat angekündigt, seinen Anteil erhöhen zu wollen – und könnte Amazon langfristig sogar überholen. Eine gewisse Ironie, denn Amazon ist gleichzeitig Rivians größter Kunde für Nutzfahrzeuge.

30.000 Amazon-Transporter – und das ist noch nicht alles

rivian partner 2026

Amazon betreibt heute über 30.000 EDV (Electric Delivery Van) von Rivian. Das sind rund 10.000 mehr als vor einem Jahr. Diese Transporter liefern Pakete in tausenden amerikanischen Städten aus. Außerhalb der USA sind etwa 600 Einheiten in Deutschland im Einsatz, aber das Modell bleibt vorerst fast ausschließlich nordamerikanisch.

Rivian macht weiter. Das Unternehmen entwickelt neue Varianten mit einem größeren Akku (Reichweite plus rund 30 %) und Allradantrieb, um längere Strecken und schwierige Bedingungen abzudecken – Schnee, Matsch, schlechte Straßen. Diese Versionen sollen die Abdeckung des Amazon-Logistiknetzes erweitern.

💡 Wussten Sie schon?
Die EDV-Transporter von Rivian haben eine automatische Trennwand zwischen Fahrerkabine und Laderaum: Sie öffnet sich, sobald der Fahrer am Ziel ankommt, ohne dass er sie berühren muss. Ein Detail, das Sekunden spart – multipliziert mit Hunderten Lieferungen pro Tag.

Amazon hat andere Lieferanten, aber Rivian bleibt die Referenz

Rivian ist nicht der einzige Hersteller, der Amazons Flotten beliefert. Im vergangenen Sommer bestellte der E-Commerce-Riese rund 5.000 elektrische Transporter bei Mercedes-Benz Vans – die eVito und eSprinter –, die in fünf Ländern eingesetzt werden, über die Hälfte davon in Deutschland. Amazon diversifiziert seine Lieferketten – eine logische Strategie bei diesem Volumen.

Dennoch bleibt Rivian mit Abstand der Hauptlieferant. Die Gesamtbetriebskosten (TCO) der EDV sollen laut Rivian unter denen eines vergleichbaren Verbrenner-Transporters liegen – eine Behauptung, die von außen schwer zu überprüfen ist, die Amazons Bestellzahlen aber faktisch zu bestätigen scheinen.

Wie lange noch Verluste?

Trotz des Umsatzanstiegs verbuchte Rivian 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Dollar. Das ist besser als die 4,75 Milliarden Verlust im Jahr 2024, aber die Entwicklung bleibt schwer. Für ein Unternehmen, das Fahrzeuge in großem Maßstab produziert, ist es ein wenig beneidenswerter Balanceakt, Verluste zu reduzieren, ohne die Verkaufszahlen zu steigern.

Die VW-Kooperation spült Einnahmen herein, ohne dass die physische Produktion steigen muss – das hilft, die Margen strukturell zu verbessern. Aber Rivian muss auch seine Privatfahrzeug-Verkäufe ankurbeln, insbesondere den R1T und R1S, in einem US-Markt für elektrische SUVs und Pickups, in dem der Wettbewerb immer härter wird.

📋 Fiche technique

Rivian EDV (Electric Delivery Van)

Geschrieben von

Jules Dubois

Spezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute

Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...

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