Geely Boyue EREV: 1.500 km Reichweite & Schnellladen bei -25 °C

1003 Wörter6 Min LesezeitVon Jules Dubois
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Geely häuft die Ankündigungen zu seinen neuen Generationen elektrifizierter Fahrzeuge. Der chinesische Hersteller enthüllt den Boyue EREV, einen Hybrid-SUV mit erweiterter Reichweite, der eine Gesamtreichweite von 1.525 km angibt, während die Limousine Galaxy Starshine 6 einen Akku von 28,3 kWh für 170 km rein elektrische Reichweite erhält. Das i-Tüpfelchen: Eine Aluminium-Anoden-Batterie, getestet im Geely EX5, behält bei -25 °C 90 % Ladung in 20 Minuten.

„Das Laden auf 90 % dauerte bei -25 °C nur etwa 20 Minuten.“ — SIAT-Institut (Shenzhen Institute of Advanced Technology), Tests in der Provinz Heilongjiang

Der Boyue EREV: 1.525 km, wirklich?

Der Boyue EREV kommt auf dem chinesischen Markt mit Zahlen an, die den Kopf verdrehen lassen. Geely gibt 375 km im reinen Elektromodus an, dann übernimmt der Range Extender (ein kleiner Verbrennungsmotor, der Strom für die E-Motoren erzeugt, ohne die Räder direkt anzutreiben) und bringt die Gesamtreichweite auf 1.525 km.

Auf dem Papier ist das ambitioniert. In der realen Welt setzen diese 1.525 km wahrscheinlich eine gemächliche Fahrweise auf ebener Strecke, vollen Tank und ideale Bedingungen voraus. Geely hat weder die genaue Batteriekapazität noch die präzisen Daten des eingebauten Generators veröffentlicht – was eine externe Überprüfung derzeit unmöglich macht. Die Fachpresse von IT-home bestätigt: Die genauen technischen Details bleiben vage.

Das Design orientiert sich am Ruìlán 7, einem elektrischen SUV der Gruppe, der bereits als Plug-in-Hybrid erhältlich ist. Offizielle Abmessungen gibt es nicht, aber basierend auf dem Ruìlán 7 spricht man von einem Format von 4.690 mm Länge, 1.892 mm Breite und einem Radstand von 2.775 mm. Ein technisch solider, kompakter SUV, der aus dem Joint Venture zwischen Lifan Technology und Geely aus dem Jahr 2022 hervorgeht.

Geely Galaxy Starshine 6 PHEV
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💡 Wussten Sie schon?
Der Boyue EREV nutzt die Plattform, die im Rahmen des Joint Ventures zwischen Geely und Lifan Technology (gegründet 2022) entwickelt wurde – dieselbe Basis, die auch dem Ruilan zugrunde liegt.

📋 Fiche technique

Geely Boyue EREVGeely Galaxy Starshine 6 PHEV
🔋Batterie
Nicht bekannt gegeben28,3 kWh

Geely Galaxy Starshine 6 PHEV
Foto: © MIIT

Die Galaxy Starshine 6: Ein fast verdoppelter Akku in sechs Monaten

Die Galaxy Starshine 6 wurde in China im Oktober 2025 auf den Markt gebracht. Keine sechs Monate später verpasst Geely ihr bereits ein ernsthaftes technisches Update. Die Batterie wächst von 17 kWh auf 28,3 kWh, was die rein elektrische Reichweite um 45 km erhöht – sie erreicht nun 170 km im WLTC-Mischzyklus. Der Verbrennungsmotor bleibt derselbe: ein 1,5-Liter mit 110 PS in Kombination mit einem E-Motor von 161 PS.

Zum Vergleich im europäischen Kontext: Der Volkswagen Golf GTE kommt auf rund 60 km elektrische Reichweite, der Peugeot 408 PHEV gibt ebenfalls 60 km an. Die 170 km der Starshine 6 platzieren die chinesische Limousine weit vor den klassischen westlichen Plug-in-Hybriden – mit dem üblichen Wermutstropfen, dass die chinesischen Messzyklen (CLTC) tendenziell großzügig sind.

Die Limousine behält ihre Abmessungen: 4,80 m Länge, 1,88 m Breite, Radstand von 2,75 m, Leergewicht von 1.625 kg. Äußerlich ändert sich nichts. Für die Preise dieser aktualisierten Version hat Geely noch keine Zahlen genannt. Die Vorgängerversion war auf dem chinesischen Markt wettbewerbsfähig bepreist – dieser Trend dürfte anhalten.

Die Aluminium-Batterie: Die wahre technische Überraschung

Das ist vielleicht die technisch solide Nachricht aus diesem Paket. Das SIAT-Institut in Shenzhen hat einen Geely EX5 mit einer Aluminium-Anoden-Batterie ausgestattet – eine noch wenig verbreitete Technologie im Automobilbereich – und sie in der Provinz Heilongjiang bei -25 °C getestet. Ergebnis: 90 % Ladung in 20 Minuten unter diesen Bedingungen. Die Entladeeffizienz liegt bei über 92 %.

Was diese Batterie interessant macht, ist ihr Betriebstemperaturbereich: Sie bleibt stabil zwischen -70 °C und +80 °C. Herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus beginnen ab etwa -10 oder -15 °C zu streiken. Hier sprechen wir von Temperaturen, die arktischen Verhältnissen entsprechen. Die Anoden aus Aluminium bieten eine viel stabilere chemische Struktur bei Kälte.

Der Haken: Die Energiedichte ist geringer als bei aktuellen Lithium-Ionen-Zellen. Eine Aluminium-Batterie benötigt mehr Volumen für die gleiche Kapazität. Für den Einsatz in erschwinglichen Stadtautos oder Nutzfahrzeugen könnte dieser Kompromiss jedoch sinnvoll sein. Geely hat noch nicht bestätigt, ob diese Technologie in Serie gehen wird, aber die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Unser Fazit

Geely zeigt mit diesem Dreifach-Schlag eine beeindruckende technologische Bandbreite. Der Boyue EREV spricht das Reichweiten-Problem an, die Galaxy Starshine 6 die Ladeeffizienz von Plug-in-Hybriden, und die Aluminium-Batterie die Achillesferse der Kälte. Drei Baustellen, drei Antworten. Ob diese Konzepte den Sprung aus dem chinesischen Labor auf europäische Straßen schaffen, bleibt abzuwarten. Die Richtung stimmt jedoch – und das Tempo, das Geely vorlegt, ist beachtlich.

Geschrieben von

Jules Dubois

Spezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute

Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...

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