Renault R4 E-Tech: Warum das 8-Millionen-Idol als Elektroauto zurückkehrt

Die originale Renault 4L hat zwischen 1961 und 1992 über 8 Millionen Exemplare in mehr als 100 Ländern verkauft. 63 Jahre nach ihrem Debüt holt Renault den legendären Namen aus der Mottenkiste, um einen elektrischen Kompaktwagen zu schmücken – den R4 E-Tech, ab 29.990 € mit 120 PS und einem 40-kWh-Akku. Die Rechnung ist klar: Nostalgie kapitalisieren, um Leuten ein Elektroauto zu verkaufen, die eigentlich keins wollten.
"Acht Millionen verkaufte Exemplare in über 100 Ländern – ein absoluter Rekord für die damalige Zeit." — Autoplus, über die originale 4L
Ein Auto, das Frankreich wirklich motorisiert hat
Gestartet 1961, hatte die 4L einen klaren Auftrag: die 4CV ersetzen und der Citroën 2CV eine gehörige Abreibung verpassen. Um das zu schaffen, setzte Renault auf reinen Pragmatismus. Heckklappe, variabler Innenraum, weiche Federung, die die kaputten Straßen der damaligen Zeit schlucken konnte – Straßen, die, wohlgemerkt, nicht alle asphaltiert waren. Das Ergebnis: ein Auto, das jeder kaufen, warten und fahren konnte.
Bauern, Postboten, Studenten, Handwerker. Die 4L machte keine Unterschiede. Montags stand sie auf dem Feld, freitags auf dem Boulevard. Eine Vielseitigkeit, die die Hersteller von heute mit SUVs für 45.000 € noch immer zu reproduzieren versuchen.

Warum sie 1992 verschwand
Die kurze Antwort: Die Normen haben die 4L getötet. In den 80er- und 90er-Jahren stiegen die Anforderungen an passive Sicherheit und Abgasreinigung rasant an. Die 4L mit ihrer ungeschützten Karosserie und ihrem durstigen Benzinmotor konnte da nicht mehr mithalten. Renault hätte massiv investieren müssen, um sie auf den neuesten Stand zu bringen – eine Investition, die der Markt angesichts modernerer Konkurrenten nicht mehr rechtfertigte.
1992, Vorhang zu. Karriereende nach 31 Jahren Produktion. Die 4L hinterlässt eine emotionale Lücke, die Renault seitdem nie wirklich füllen konnte – bis heute, zumindest in der Theorie.
Was die R4 E-Tech wirklich taugt
Hier wird es interessant – oder weniger romantisch, je nach Standpunkt. Der neue R4 E-Tech ist ein elektrischer Kompaktwagen auf der CMF-BEV-Plattform, derselben wie der Renault 5 E-Tech. Er ist höher gebaut, bietet mehr Platz und hat ein retro-eckiges Design, das das Original zitiert, ohne es zu kopieren. Auf dem Papier ist das stimmig.
Die Basisversion hat 120 PS und einen 40-kWh-Akku für eine WLTP-Reichweite von rund 300 km, so Renault. Im echten Leben, auf der Autobahn im Winter, wäre es ehrlicher, mit 220 bis 240 km zu rechnen. Der Einstiegspreis liegt bei 29.990 €, also in derselben Liga wie der Volkswagen ID.3 oder der Peugeot e-308, seine direkten Konkurrenten.
📋 Fiche technique
Ab welchem Preis und wann kann man sie bestellen?
Die Bestellungen sind offen. Der R4 E-Tech startet bei 29.990 €, vor Umweltbonus. Mit dem derzeit gültigen Bonus von 4.000 € für berechtigte Haushalte kommt man theoretisch auf unter 26.000 € – eine wichtige psychologische Schwelle. Eine stärkere Version mit einem 52-kWh-Akku ist ebenfalls im Katalog für diejenigen, die im Alltag etwas mehr Reichweite brauchen.
Eine Hybridversion wird für 2026 kolportiert, so Passionandcar, mit einem angegebenen Verbrauch um die 4 Liter/100 km. Sollte sich dieser Wert unter realen Bedingungen bestätigen, würde das die Lage für Familien, die regelmäßig lange Strecken fahren und keine heimische Ladestation haben, grundlegend ändern.
Gegen wen sie antritt
Der R4 E-Tech kommt nicht in einen leeren Markt. Der kürzlich gestartete Ford Puma Gen-E verwendet einen 46,8-kWh-Akku für eine angegebene Reichweite von 259 Meilen (ca. 417 km WLTP) und 166 PS. Er ist in Großbritannien ab etwa 193 £ pro Monat leasbar, so WhatCar. Der Kia EV3 ist ein weiterer ernstzunehmender Gegner in diesem Segment.
Geschrieben von
Jules DuboisSpezialist électrique, hybride, batterie, recharge, autonomie, technologies, electrique, nouveaute
Journaliste automobile passionné par la mobilité électrique et les nouvelles technologies. Après 10 ans dans la presse spécialisée, Jules décrypte ...
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